Hubschrauber düngt 1100 Hektar Wald – Ziel: Versauerung des Bodens verhindern

Kalken im Minutentakt

Dreht viele Stunden täglich seine Runden über die zu kalkenden Reviere: Der Hubschrauber der Helix Fluggesellschaft. Fotos: Schippers

Söhrewald. Der Hubschrauber wirbelt alles auf. Die Wege und Bäume in der Söhre sind mit braunem Staub bedeckt. Der Pilot lässt seinen Helikopter ganz ruhig in der Luft stehen, während sein Kollege den Streukübel mittels eines Radladers mit einer Tonne kohlensaurem Kalk befüllt.

Selbst in zwanzig Metern Entfernung hält es einen kaum auf den Beinen, so viel Wind macht der Hubschrauber Typ AS 350 Écureuil. Der Lärm ist ohrenbetäubend. Die Rotorblätter mit einer Spannweite von gut zwölf Metern drehen sich unablässig. Nur zehn Sekunden dauert es, bis der Streukübel gefüllt ist, der Pilot wieder höher in die Luft steigt und seine Fracht über dem Wald verteilt.

Die Kalkung der Reviere Fahrenbach und Landefeld, die derzeit stattfindet, verlangt dem Piloten höchste Konzentration ab. Er dreht in etwa 40 bis 50 Metern Höhe seine Runden, fliegt meist nur 10 Meter über die Baumwipfel hinweg. „Da bleibt man schon mal mit dem Kübel in den Bäumen hängen“, sagt Berufspilot Uwe Schmid. „Aber dann ist man auch wieder wach“, scherzt der erfahrene Flieger.

Schon seit 25 Jahren ist er Arbeitspilot. Neben Kalkungen spritzt er mit dem Hubschrauber in Luxemburg Weinberge, zieht Bäume aus und macht Kontrollflüge an Hochspannungsleitungen. Schmid arbeitet für die Helix Fluggesellschaft, die vom Forstamt Melsungen mit der Kalkung des Waldbodens in den Revieren Fahrenbach und Landefeld beauftragt worden ist.

Insgesamt 1100 Hektar Fläche muss der Pilot bei diesem Auftrag aus der Luft düngen. Dazu stimmt er sich immer eng mit seinem Kollegen Willy Förster ab, der am Boden in einem Radlader auf ihn wartet, um den Streukübel zu beladen. „Wir stehen die ganze Zeit über Funk miteinander in Kontakt“, so Schmid. Förster warne ihn auch vor gefährlichen Situationen.

Die Ladeplätze mit den kleinen Kalkhügeln sind im ganzen Wald verteilt. Das spare Flugzeit und damit Geld, erklärt der Pilot. Zur Landung setzt er nur an, wenn er Treibstoff braucht – das ist alle eineinviertel Stunden der Fall – und wenn er Feierabend macht.

Etwa 250 000 Euro kostet die Kalkung. Das Land kommt dafür auf, da das Gebiet Staatswald ist. Forstamtsleiter Christian Foet und Forstwirtschaftsmeister Uwe Holl sind begeistert von der Präzision, mit der der Pilot seine Ladung abwirft.

Nur etwa eine Minute dauert es, bis Schmid seine Fracht über dem Wald verteilt hat. Dann kehrt er zurück und senkt seinen 740 PS-starken Helikopter erneut ab, um Kalk aufzunehmen. Er steigt auf und dreht ab. Aus der Ferne kann man beobachten, wie er die Ladung verstreut. Übrig bleibt nur eine Kalkwolke, die in der Luft hängt. Doch die verzieht sich schnell und der Pilot ist schon längst wieder auf dem Weg zurück. sie kümmern sich... Hintergrund

Von Nicole Schippers

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