Schüler der Ahnatal-Schule in Obervellmar im Praxisprojekt mit dem Heimatmuseum

Kammerjäger für Aliens: Schüler entdecken alte Berufe 

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Beschäftigten sich mit Berufen im Wandel der letzten 100 Jahre: Justus Stahl (14, von links), Lauritz Siebert (14), Vincent Griebel (13), Maximilian Frank (13) und Pascal Reitz (15).

Vellmar / Kassel . Justus Stahl, Lauritz Siebert, Vincent Griebel, Maximilian Frank und Pascal Reitz haben sich an der Ahnatal-Schule mit nicht mehr ausgeübten Berufen wie dem Notenstecher, dem Gürtler und dem Henker beschäftigt.

Als Berufe der Zukunft haben die 13- bis 15-Jährigen den Raumschifffahrer und - mit Augenzwinkern - den Kammerjäger für Aliens aufgeführt. In der integrierten (schulformübergreifenden) Gesamtschule des Landkreises Kassel in Vellmar fand erstmals ein gemeinsames Projekt mit der Universität Kassel und dem Heimatmuseum in Obervellmar statt.

Heimatmuseum neu dabei

„Mit der Uni Kassel arbeiten wir bereits zusammen, weil wir Studenten in Praktika ausbilden“, berichtet Wolfgang Hartwig. Die ergänzende Zusammenarbeit mit dem Heimatmuseum des Geschichtskreises Vellmar begrüßt der Schulleiter ausdrücklich. „Uns verbindet viel mit dem Museum, da es im Unterricht vorkommt. Wir betrachten dies als Start für eine weitere Zusammenarbeit, die wir befürworten“, ergänzt er.

Michael Bischoff

Michael Bischoff (31), der nach seiner Lehre zum Rohrleitungsbauer und anschließendem Abitur nun Sport und Geschichte auf Lehramt studiert, hat das Praxisprojekt auf die Beine gestellt. Im Gesellschaftslehre-Unterricht (GL) löste er den Stufenleiter Roland Löber für drei Unterrichtseinheiten ab und erarbeitete mit den 21 Schülern der Klasse 8h das Thema „Vor 100 Jahren: Berufe und Schule - früher und heute“.

Bis einschließlich Freitag, 22. März, werden die erstellten Plakate ergänzt um Exponate aus dem Museum in der großen Glasvitrine der Schule im Erdgeschoss gezeigt. Mirco Bretthauer und Patricia Möhn (beide 14) gehören zu den Schülern, die sich mit dem Leiter des Heimatmuseums, Karl-Heinz Gauler, mit Redewendungen und Sprichwörtern beschäftigt haben.

Sie waren überrascht, dass selbst Redewendungen, von denen sie es nicht vermuteten, mit alten Berufen zu tun haben.

So bezieht sich die Formulierung „blaumachen“ vermutlich auf den Beruf des Färbers, der montags nicht arbeitete, weil die blau gefärbten Stoffe dann auf Leinen hingen, damit die Farbe mit der Luft reagieren konnte. Michael Bischoff, der bis zu seiner Heirat Guthof hieß, wird das Praxisprojekt, zu dem ein Museumsbesuch gehörte, in seine Abschlussarbeit aufnehmen.

Praxisprojekt Ahnatal-Schule in Vellmar mit Heimatmuseum

Der Geschichtskreis hat eine Broschüre über Themen herausgegeben, zu denen Führungen angeboten werden.

Von Bettina Wienecke

Hintergrund: Angebot für Schulen

Die Broschüre mit dem Titel „Lernort Museum“ richtet sich an Kindergärten, Schulen und interessierte Gruppen. Sie bietet einen bebilderten Einblick in verschiedene Abteilungen des Heimatmuseums Obervellmar, zu denen Führungen angeboten werden. Die volkskundliche Sammlung des Geschichtskreises Vellmar im Hof Helse, Alte Hauptstraße 22, in Obervellmar ist im Winterhalbjahr (vom 1. Oktober bis 31. März) jeden zweiten Sonntag im Monat von 14 bis 17 Uhr und im Sommerhalbjahr an jedem zweiten und vierten Sonntag im Monat von 14 bis 18 Uhr sowie nach Absprache geöffnet. (pbw)

Kontakt: Karl-Heinz Gauler, Tel. 0561/ 82 39 85. Infos, ein virtueller Museumsrundgang und die Broschüre zum Herunterladen unter: www.geschichtskreis-vellmar.de

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