Waldschwimmbad Fuldatal: Bürgermeister will durch höhere Attraktivität mehr Badegäste gewinnen

Kampf gegen Besucherschwund

Gymnastik im Wasser: Einmal in der Woche trifft sich die Damengruppe unter Anleitung von Edelgard Behrje-Lieberknecht (vorn rechts), Trainerin der Schwimmsport-Gemeinschaft Fuldatal. Fotos: Schräer

Fuldatal. Der Betrieb des Waldschwimmbades ist ein Zuschussgeschäft. 444 000 Euro Fehlbedarf werden für dieses Jahr kalkuliert, im Vorjahr musste die Gemeinde 435 000 Euro drauflegen. Wie kann man das Defizit verringern? Diese Frage beschäftigt die Verantwortlichen seit Jahren.

In einem ersten Schritt wurden die Preise für Dauer- und Mehrfachkarten angehoben. 15 000 bis 18 000 Euro dürfte dies zusätzlich einbringen, wenn sich die Besucherzahlen auf dem Vorjahresniveau bewegten, sagt Bürgermeister Karsten Schreiber (CDU). Das Defizit verringere sich dadurch aber nicht, denn in dieser Größenordnung erhöhten sich die Kosten für Strom und Gas.

Also was tun? Mehr Besucher gewinnen, sagt der Bürgermeister. Zum Beispiel durch höhere Attraktivität des Bades. So wurden zum Beispiel 13 620 Euro in neue Umkleidekabinen investiert. Veranstaltungen wie das Schwimmbadfest zu Pfingsten seien eine weitere Maßnahme oder mehr Hinweisschilder, die zudem durch den Fuldataler Frank Lieberknecht mit einem neuen Logo versehen wurden, „die die besondere Lage am Wald verdeutlichen“, sagt Schreiber.

Fotovoltaikanlage

Denkbar wäre auch, eine Fotovoltaikanlage zu installieren, die den Strom für das Bad speziell im Sommer produziere, sagt der Bürgermeister. Da die Gemeinde dies nicht finanzieren könne, bräuchte man einen Partner, „zum Beispiel eine Bürgerenergie-Genossenschaft“. Vorher müsste das Dach über den Umkleiden erneuert werden, denn die Wabenkonstruktion eigne sich nicht.

Thema Personalkosten: Um diese zu reduzieren, könne die Gemeinde stärker auf Ehrenamtliche der DLRG setzen, die bereits zeitweise die Aufsicht führten. Langfristige Verträge seien hier aber schwierig, weil die zumeist jungen Freiwilligen Fuldatal verließen. Bliebe das eigene Personal aus vier Vollzeitkräften, drei Putzfrauen in Teilzeit und einem Bürgerarbeiter. Hier Kosten zu sparen, ginge einher mit späteren, somit reduzierten Öffnungszeiten.

Noch herrsche politischer Konsens, das Waldschwimmbad zu erhalten, auch das RP als Aufsichtsbehörde erlaube dies trotz Auflagen durch den Schutzschirm des Landes. Damit dies so bleibt, hofft Bürgermeister Schreiber zunächst einmal „auf einen guten Sommer“ und appelliert an die Fuldataler, „ihr Bad mehr zu nutzen“.

Zum Schwimmbadfest lädt die Gemeinde Fuldatal für Samstag, 18. Mai, ab 10 Uhr in das Waldschwimmbad mit Schnuppertauchen, Arschbombenwettbewerb, Spielen für Groß und Klein, Eintritt 4 Euro, ermäßigt 2,50 Euro.

Von Michael Schräer

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