Bad Zwestens Bürgermeister will Löwensprudel nicht verloren geben

Kampf um Mineralbrunnen

Die Letzten ihrer Art: Noch laufen die Abfüllbänder bei Löwensprudel in Bad Zwesten. Doch bis Ende des Monats soll damit Schluss sein. Foto: Schmitt

Baunatal. Noch sind die letzten Wasserflaschen nicht vom Band des Bad Zwestener Löwensprudel gelaufen. Doch klar ist die Absicht der Baunataler Diakonie Kassel, den Betrieb bis Monatsende dichtzumachen (HNA berichtete). Nun hat Bürgermeister Michael Köhler dem Gemeindevorstand einen Vorschlag zur Rettung der Firma unterbreitet.

Denn obwohl das Ende des Mineralbrunnens für die Kurgemeinde keine Nachteile für das Prädikat Bad bedeutet, möchte Köhler die Schließung nicht hinnehmen. Der Name Löwensprudel sei wichtig für das Image der Kurgemeinde. Obwohl nach Darstellung der Diakonie alle Versuche, den Betrieb zu erhalten, gescheitert seien, will Köhler nicht aufgeben. Die Investitionen in den Betrieb beziffert er auf 650 000 Euro. Geld, das nach dem Konzept, das er gemeinsam mit dem Betriebsleiter Karl-Heinz Reinhard entwickelt hat, zusammenkommen könnte.

Voraussetzung ist, dass die drei Beteiligten mitziehen. Zum einen müsste der katholische Carolinenbrunnen aus NordrheinWestfalen sein Wissen als Mineralwasserabfüller einbringen. Ein Teil des Geldes könnte von Bad Zwesten kommen. Dazu sollte die Gemeinde die Löwensprudel-Immobilie von der Diakonie kaufen, damit diese Geld für Investitionen zur Verfügung habe. Die Diakonie müsste ihr striktes Nein zur Fortführung des Betriebes aufgeben. Im Gemeindevorstand ist dazu noch keine Entscheidung gefallen. Inzwischen hat Köhler nach eigenen Angaben Kontakt zu einem Unternehmensberater geknüpft. Der habe den Lösungsvorschlag überprüft. Nach ersten Erkenntnissen müssten jährlich acht Millionen Flaschen abgefüllt werden, damit sich die Investitionen auszahlen.

Nicht nur aus Imagegründen ist der Brunnen für Bad Zwesten von Bedeutung. Auch als Abnehmer einer großen Menge Trinkwassers. Fällt die weg, werde wohl der Wasserpreis erhöht werden müssen, erklärt der Bürgermeister.

Von Rainer Schmitt

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.