Viehauftrieb auf Bergweiden im Habichtswald - Trockenheit verringert Futterangebot

Kampfeslustig auf die Wiesen

Voller Kraft: Nach einem langen Winter im Stall toben die Jungrinder übermütig über die Koppel, dazu gehört auch das Gerangel um den Platz in der Herdenhierarchie. Foto: Junker

Schauenburg / Kassel. Endlich raus – am Freitag begann mit dem Weideauftrieb auf die Hute der Sommerurlaub für Jungrinder aus Baunatal, Guxhagen und Felsberg. Das Ereignis war wie üblich mit einem kleinen Fest verbunden. Bei sonnigem Frühlingswetter erfreuten sich viele Besucher aus der Region an Landschaft, Tieren, Wurstbroten, Kuchen und Kochwurst.

Seit 37 Jahren bewirtschaftet die Weidegemeinschaft Elgershäuser Landwirte die vom Staatsforst Hessen im Habichtswald gepachteten Wiesen nahe dem Herbsthäuschen. Seit acht Jahren behandeln Matthias Göbel, Jörg Scherb-Hofmann, Wolfgang Hofmann und Uwe Göbel die Sommerweiden nach dem Hessischen Integrierten Agrarumweltprogramm (Hiap). Das bedeutet Landschaftserhalt durch Bewirtschaftung ohne künstliches Düngen.

„Durch die Beweidung werden die Flächen offen gehalten, sonst würden sie schnell verbuschen“, erläutert Ortslandwirt Matthias Göbel. In Spitzenzeiten weideten bis zu 140 Rinder auf der 520 Meter hoch gelegenen Hute, entwickelten sich mit frischem Futter und Quellwasser prächtig.

Im Laufe der Zeit wurden es immer weniger Tiere, aktuell sind es knapp 40 Stärken und Färsen, junge weibliche Rinder, die noch nicht gemolken werden. „Das spiegelt die allgemeine Entwicklung der Landwirtschaft wider“, sagt Göbel. Immer mehr Milchviehbetriebe hätten in jüngerer Zeit aufgegeben oder auf Fleischrindhaltung umgestellt. So bekämen selbst in einer von Landwirtschaft geprägten Gegend Kühe auf der Weide Seltenheitswert. Sorgen macht er sich auch um den Einfluss des extrem trockenen Frühjahrs auf die Futtersituation, den Aufwuchs bewertet er mit etwa 40 Prozent vom sonstigen Angebot. Regen in nächster Zeit würde aber helfen. Göbel: Aus der momentanen Situation könne man noch nicht aufs ganze Jahr schließen.

Von Constanze Junker

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