Kann Frau zur Autoversteherin werden?Ein Selbstversuch

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Beim Messen des Ölstandes: Jasmin Goldmann (von links) und die Teilnehmerinnen Paula Grosche, Ann-Kathrin Meise und Lea Grimm. Ramona Tatarelli (Mitte) von der Esso-Station Scherb in Elgershausen leitete den Kurs.

Kassel. Der Landkreis Kassel hat in den Räumen des Jugendbildungswerks ein Seminar zum Thema „Von der Fahrerin zur Versteherin“ angeboten. Ein Autoworkshop für Frauen ab 17 Jahre. Unsere Mitarbeiterin Jasmin Goldmann hat mit sechs anderen Frauen daran teilgenommen.

Der Montagmorgen beginnt für mich mit dem Besuch der örtlichen Autowerkstatt. Der Grund: Mein kleiner Fiat verliert Kühlflüssigkeit. Ein Problem, das ich ohne die Teilnahme an dem Autoseminar des Landkreises wahrscheinlich nicht festgestellt hätte. Gut also, dass wir bei dem Workshop auch mal einen Blick unter die Motorhaube gewagt haben.

Mit sechs anderen Frauen habe ich mich in den Räumen des Jugendbildungswerks des Landkreises im Kulturbahnhof eingefunden. Anfangs sind alle noch etwas zurückhaltend, doch nach und nach werden viele Fragen gestellt: Wie startet man ein Auto fremd? Wie verhalte ich mich bei einem Unfall auf der Autobahn? Was sind die wichtigsten Maßnahmen der Ersten Hilfe?

Können wir noch einmal durchgehen, was sich alles unter der Motorhaube befindet? Können wir versuchen ein Auto selbst anzuschieben? Schnell haben wir bemerkt, dass sich die meisten Fragen nur am Auto selbst klären lassen.

Ramona Tatarelli von der Esso-Station Scherb in Elgershausen und Manuela Gantzer vom Jugendbildungswerk geben uns Tipps, was man am eigenen Auto alles selbst machen kann. Zum Beispiel wie man mit einem Eineurostück das Reifenprofil überprüft. Wie man den Stand des Kühlwassers misst und wo man die Kabel anschließen muss, wenn es wirklich dazu kommen sollte, dass man sein Auto einmal fremd starten muss. Wir üben sogar abwechselnd ein Auto anzuschieben, sodass jede sich mal in die Situation des Fahrers begeben kann.

Bei meinem Selbstversuch merke ich, mdass ich in der Theorie viel weiß, aber praktisch so gut wie noch nie etwas an meinem eigenen Auto angewendet habe. Natürlich weiß ich, dass man den Reifendruck überprüfen, den Ölstand messen und darauf achten soll, dass die Materialien im Verbandskasten noch haltbar sind. Praktisch kontrolliere ich aber jetzt das erste mal den Ölstand an meinem eigenen Auto und muss feststellen, dass dieser gleich Null ist. Darüberhinaus, auch wenn es mir peinlich ist, ist der Verbandskasten im Juni vergangenen Jahres abgelaufen. Mein Auto ist wohl das beste Beispiel, wie es nicht gehen sollte. Ohne Öl, ohne Serviceheft, mit abgelaufenem Verbandskasten und, wenn ich ganz ehrlich bin, nur mit wenig Benzin im Tank bin ich morgens losgefahren. Aber der Mensch kann sich ja bessern.

Zusammenfassend habe ich an diesem Tag sehr viel dazu gelernt. Vor allem ist mir jetzt klar, was ich an meinem Auto eigentlich alles selbst machen kann und dass sich unter der Motorhaube kein unbegreifbares Mysterium befindet.

Natürlich bin ich nach dem Seminar keine Kfz-Mechanikerin, aber in das Klischee von Frauen und Autos möchte ich mich jetzt auch nicht mehr so leicht einordnen lassen. Eins ist klar: Das Seminar hat mich auf jeden Fall vor einem nahenden Motorschaden bewahrt.

Von Jasmin Goldmann

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