Ehepaar Gries lud schwerkranke Kinder und ihre Familien zu kleinen Bootstouren ein

Ins Kanu trotz Handicap

Großes Vergüngen: Die elfjährige Leyla wurde in einen Autositz gesetzt und durfte so auf der Fulda im Kanu mitfahren. Begleitet wurde sie von Helferin Christine (von links), ihrer Mutter Ayle Nas und Helferin Katharina (rechts). Fotos: Büntig

Fuldabrück. „Dann stellen wir eben ein Kanu auf die Wiese und schaukeln“, lautete der spontane Vorschlag von Jochen Gries. Anlass war eine Einladung für den ambulanten Kinderhospizdienst Kassel beim Kanuverleih in Bergshausen. Das Fuldabrücker Ehepaar Bettina und Jochen Gries, das neben der „Fullemarie“ auch einen Bootsverleih betreibt, wollte schwer erkrankten Kindern und ihren Familien einen schönen Nachmittag am und auf dem Wasser ermöglichen.

Die 11-jährige Leyla wurde im Autositz ins Kanu gesetzt und genoss den Ausflug auf der Fulda mit lautem Jauchzen.

Für Anna-Lena ist der Kontakt mit Wasser aufgrund ihrer Beatmungsvorrichtung unter Umständen lebensbedrohend. Das Risiko war Mutter Bettina Ditschar zu groß – trotz Protest ihrer neunjährigen Tochter. Also wurde ersatzweise auf der Wiese Kanu gefahren.

Ihre Meinung teilt Anna-Lena über Augenbewegungen mit, laut Mutter Bettina hat sie ganz klare Ansichten, die sie auch entsprechend vertritt. „Sie benimmt sich wie jedes andere Mädchen auch, liebt die Farbe Rosa, ist auch mal zickig und hört gerne Bibi Blocksberg-Hörspiele“.

Neben den Kindern und ihren Familien nahmen auch ehrenamtliche Helfer das Angebot an und nutzten den gelungenen Nachmittag dazu, Kontakte zu den Familien zu knüpfen und zu vertiefen.

Koordinatorin Andrea Schink-Werner ist dankbar für solche Aktionen. „Es ist immer wieder eine tolle Sache, wenn den Familien neben ihrem harten Alltag auch solche Vergnügungen geboten werden.“

Für Bettina und Jochen Gries ist es sicherlich nicht das letzte Mal gewesen. Sie überlegen bereits, wie sie es Anna-Lena und anderen Kindern ganz ohne Risiko ermöglichen können, doch aufs Wasser zu kommen. (pbü)

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