Regionalmuseum Kaufungen zeigt Ausstellung „Krieg im Dorfleben - Dorfleben im Krieg“

Die Karten dienten als Lebenszeichen

Album mit Post: Die Ansichtskarten aus Frankreich und Belgien schickte ein Soldat nach Kaufungen an seine Tochter. Fotos:  Wienecke

Kaufungen. Ein Album mit Ansichtskarten aus Frankreich und Belgien wird in der Ausstellung „Krieg im Dorfleben - Dorfleben im Krieg“ im Regionalmuseum Alte Schule in Oberkaufungen gezeigt.

Eine Abbildung der Seitenportale der Kathedrale von Meaux ist darin beispielsweise zu finden. Die französische Gemeinde liegt 40 Kilometer östlich von Paris, hat knapp 50 000 Einwohner und verfügt neben der Kathedrale St. Étienne auch noch über einen Bischofspalast, der heute ein Museum ist. In der Geschichte von Meaux kommen aber auch der Hundertjährige Krieg (1337 bis 1453) und die Hugenottenkriege (1562 bis 1598) vor. Von seinem Einsatz im Zweiten Weltkrieg (1939 bis 1945) schickte ein Soldat, der aus Oberkaufungen stammte, von dort und weiteren Orten Karten an seine kleine Tochter. In einem Album hat seine Familie sämtliche Lebenszeichen aus der Zeit von 1939 und 1944 aufgehoben.

Das Album wird im Museum in einer Vitrine gezeigt, um die persönlichen Daten zu schützen. Bleibt zu hoffen, dass der Name des Soldaten später nicht auf der Gedenktafel zu Ehren der Gefallenen zu lesen war. „Wir sollen das Leben für die Brüder lassen“, steht in Anlehnung an die Bibel darauf im oberen Teil geschrieben. Es fällt sofort ins Auge, dass viele Familiennamen, wie Althans und Hildebrand, mit mehreren Gefallenen auf der Tafel zu finden sind.

Das Regionalmuseum Alte Schule in der Schulstraße 33 in Oberkaufungen, Tel. 0 56 05 /73 07, ist mittwochs, donnerstags und samstags von 14 bis 17 Uhr und sonntags von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Eintritt: sechs bis 18 Jahre: 0,50 Euro, Erwachsene: 1,50 Euro. www.kaufungen.eu

Von Bettina Wienecke

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