Matthias P. Gibert las bei Espenauer Kulturtagen

Der Kassel-Krimi kam gut an

Matthias P. Gibert

Espenau. Eine Stelle in Matthias P. Giberts Kassel-Krimi „Zeitbombe“ wollten die Gäste der Kulturtage-Lesung gleich nochmals hören. Nicht weil sie inhaltlich, sondern vielmehr stilistisch gelungen war. Der Autor erfüllte den Zuhörern den Wunsch im gut besetzten Wickehof und wiederholte die Passage, in der „die Fee der zum Suizidbereiten“ verlauten ließ, dass eines ihrer Schäfchen auf dem Bahngleis Oberzwehren „erfolgreich seinen Aggregatzustand“ geändert habe.

In „Zeitbombe“ wird also auf der Bahnstrecke zwischen Fulda und Kassel auf den Gleisen der überfahrene Körper eines Kripobeamten gefunden. Damit beginnt denn auch der mittlerweile achte Fall des nordhessischen Hauptkommissars Paul Lenz und seines Kollegen Thilo Hein. Beide sind sich zunächst einig, dass es sich hier um einen Selbstmord handeln muss. Die Bestätigung bekommen sie auch vom zuständigen Pathologen.

Spannende Suche

Doch als zwei Wochen an der gleichen Stelle wieder ein vom Zug überrollter Kripo-Beamter gefunden wird, schöpft Paul Lenz Verdacht. Die spannende Suche nach dem wahren Tathergang und etwaigen Verdächtigen beginnt. Gespickt mit unterhaltsamen Passagen, die das Espenauer Publikum zum Schmunzeln brachten. Wie die Stelle, in der ein unberechtigt auf einem Behindertenparkplatz parkender Autofahrer aufgeklärt wurde, dass für diesen Ort eine etwaige geistige Behinderung keinerlei Berücksichtigung finden kann.

Neben vielen unterhaltsamen Stellen geht es in Matthias P. Giberts Kasselkrimi um Sicherheitsverwahrung und die fatalen Folgen von Fehlurteilen. Wie der Autor ausgerechnet auf diese Thematik kam? „Es war eine Dokumentation über einen zu Unrecht verurteilten Installateur, die mir das Grundgerüst für „Zeitbombe“ lieferte.

Ungerechtigkeit ist was Schreckliches“, erläuterte er dem Kulturtagepublikum. In seinem Werk gehe er auf das Straßburger Urteil ein. Dieses besagt, dass eine nachträglich verhängte Sicherheitsverwahrung im Anschluss an die Haft nicht mehr zulässig ist. Damit sei gleichzeitig viel Ärger bei der Polizei verbunden. Schließlich müsse diese nun mit viel Mehraufwand die ehemaligen Häftlinge Tag und Nacht bewachen. Foto: Sommerlade

Nächste Veranstaltung: Musik-Comedy mit der Gruppe Pömps, 20 Uhr, Wickehof.

Von Martina Sommerlade

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