Gesundheitszentrum soll entstehen

Kasseler Geschäftsmann will Helsaer Freibad kaufen

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Ein Bild aus besseren Tagen: Weil die Gemeinde den Unterhalt nicht mehr finanzieren kann, ist das kleine Helsaer Schwimmbad seit 2013 geschlossen. Nun gibt es einen Käufer, der das Freibad ausbauen und weiterbetreiben möchte. Archivfoto: nh

Helsa. Es gibt Hoffnung für eine Wiedereröffnung des Freibads in Helsa: Der aus dem Iran stammende Bauinvestor Amir Ghazaei (Kassel) will das seit 2013 geschlossene Schwimmbad von der Gemeinde kaufen und zu einem Gesundheitszentrum weiterentwickeln.

„Wir schauen über Helsa hinaus“, sagte der Investor während der Sondersitzung des Haupt- und Finanzausschusses und des Planungs- und Bauausschusses vor zahlreichen Besuchern im Rathaus. Amir Ghazaei ist bereit, als Kaufpreis für das 6000 Quadratmeter große Areal am Sportplatzweg bis zu 35.000 Euro auf den Tisch zu legen und rund 200.000 Euro in das 78 Jahre alte Schwimmbad zu investieren. Das war bis vor zwei Jahren noch von der unter dem Schutzschirm des Landes stehenden Gemeinde betrieben worden, musste dann aber wegen eines jährlichen Defizits von mehr als 60.000 Euro dichtgemacht werden.

Konkrete Baupläne hat der seit 1990 in Deutschland lebende Investor, dem in Kassel unter anderem gastronomische Betriebe am Druselturm und in der Treppenstraße gehören, noch nicht. Man müsse erst einmal wissen, was an Kosten anfalle, sagte Ghazaei, der bei der Präsentation von seinem technischen Berater Ahmed Mashaireifa und seiner in Helsa lebenden Nichte Maryam Moghaddam begleitet wurde.

Das Freibad soll ein südländisch anmutendes Outfit erhalten, mit 22 Grad warmem Wasser mehr Besucher anlocken und um eine Sauna, ein Dampfbad und Massage-Anwendungen erweitert werden. Die Eintrittspreise will Amir Ghazaei auf 2,00 bis 2,50 Euro erhöhen. Für Dampfbad, Sauna und Massagen müssten die Besucher natürlich separate Preise zahlen, stellte die Gesundheitsökonomin Maryam Moghaddam klar.

„Um Pläne vorzulegen, brauche ich mehr Zeit und mehr Informationen“, sein Konzept sei auf zehn bis 20 Jahre angelegt, das Geld müsse schließlich zurückkommen. „Und nach einem Jahr pleitegehen“ wolle er nicht, sagt Amir Ghazaei, der nach eigenen Angaben über Erfahrungen mit größeren Projekten und Gesundheitseinrichtungen verfügt.

Verwaltungschef Tilo Küthe (SPD) und Gemeindevertretern fehlte ein „konkretes Konzept mit greifbaren Unterlagen“: „Wir müssen schließlich auch den Bebauungsplan ändern“, sagte Holger Wittig (SPD). Kaufinteressent Amir Ghazaei versicherte den Kommunalpolitikern schließlich, beim nächsten Zusammentreffen im Herbst Pläne vorzulegen. Nach seinen Vorstellungen soll das Freibad den Besuchern zur Saison 2015 wieder zur Verfügung stehen.

Ob das wegen einer Verschmutzung mit E.-coli-Bakterien geschlossene Freibad in Vellmar wieder geöffnet werden kann, wird sich heute zeigen. Dann sollen die Ergebnisse von neuen Wasserproben vorliegen. (hog)

Von Hans-Peter Wohlgehagen

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