Radschnellwege für Pendler im Visier

Kasseler Verkehrsentwicklungsplan 2030 bezieht Landkreis mit ein

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Kasseler Verkehrsentwicklungsplan 2030

Kreis Kassel. Zehn Kilometer lange Radschnellwege von Kassel in Richtung Baunatal, Kaufungen und Vellmar sieht die Planungen im Kasseler Verkehrsentwicklungsplan 2030 vor.

Den Plan hat das Dortmunder Büro Planersocietät in den vergangenen Monaten entwickelt und jetzt vorgestellt. Sinn und Zweck: Die Radschnellwege sollen besonders Pendler ansprechen, die gern mit dem Rad zur Arbeit fahren - gerade auch vor dem Hintergrund neuer technischer Entwicklungen wie dem Elektro-Bike.

 „Mit dieser technischen Hilfe sind zehn Kilometer Strecke fast nichts“, sagt Christian Bexen vom Dortmunder Büro. Deswegen gebe es dafür „eine hohe Nachfrage“. Laut Bexen sei der Radschnellweg zurzeit „deutschlandweit in der Diskussion“. Experten seien gerade dabei, entsprechende Standards zu erarbeiten.

Wichtig seien zum Beispiel Breite und Belag. Die Breite dürfte sich von im Schnitt herkömmlichen 2,50 Meter auf drei bis vier Meter erhöhen. Sollen auch Fußgänger zugelassen werden, ginge es bis an die fünf Meter.

Beim Belag müsse darauf geachtet werden, dass keine Pfützen entstehen, die die schnellen Radler zu Fall bringen. „Deswegen kann man nicht einfach einen Radweg zum Radschnellweg umwidmen“, betont Bexen. Möglich sei es jedoch, zum Beispiel bestehende Feldwege zu Radschnellwegen auszubauen. Zu den Kosten könne er zum jetzigen Zeitpunkt noch nichts sagen.

„Das hängt auch davon ab, ob kleinere Brücken oder Unterführungen gebaut werden müssen“, erläutert der Planer. Ein Pilotprojekt läuft derzeit in Göttingen. Unter dem Titel „eRadschnellweg“ wird eine Route von rund vier Kilometern gebaut. Der Streckenabschnitt, der den Göttinger Bahnhof mit dem Nordcampus der Georg-August-Universität verbinden wird, wurde aufgrund des Radverkehrsaufkommens (14.400 Beschäftigte plus 25.000 Studierende) ausgewählt.

Die Kosten des Projektes, das in der Trägerschaft der Stadt Göttingen steht, werden auf rund 1,8 Millionen Euro beziffert. Die Stadt wird sich mit rund 600.000 Euro und der Landkreis Göttingen mit rund 120.000 Euro am Projekt beteiligen. Rund eine Million Euro steuert das Bundesverkehrsministerium bei. Bei der Polizei weist man darauf hin, dass man zur Verkehrspolitik erst gehört werden müsse, wenn eine beschlussreife Vorlage da sei. Die Polizei habe dabei aber nur beratende Funktion.

Von Stefan Wewetzer

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