Crumbach und Kaufungen: Viele Infos beim Tag des offenen Denkmals 

Historisches Kirchgebälk: „Die Kirche in Crumbach wurde erstmals im 12. Jahrhundert erbaut, der heutige Bau jedoch erst 1770“, sagt Walter Reuß von der Lohfeldener Geschichtswerkstatt.

Lohfelden/Kaufungen. Schwindelfrei? Wer das nicht war, hatte am Sonntag in Crumbach eine kleine Mutprobe zu bestehen. Am Tag des offenen Denkmals, der sich dem Naturstoff Holz widmete, hatte die Kirche Crumbach ihre Pforten zum Kirchgebälk geöffnet.

Über steile Stiegen führte Walter Reuter von der Geschichtswerkstatt Lohfelden hoch unter das Kirchendach. Ein Ausflug, der sich bei aller Mühe gelohnt hat. Mit Interesse betrachteten die Gäste die komplexen Holzkonstruktionen und erfuhren einiges aus der Geschichte. „Man geht davon aus, dass es hier fünf oder sechs verschiedene Kirchen gab“, sagt Reuter. „Der älteste Balken stammt aus der Winterfällung 1399/1400.“

Zwei über 200 Jahre alte Maulbeerbäume stehen vor der Kirche. „Seltene Bäume in dieser Gegend“, sagt Walter Meiß von der Geschichtswerkstatt. „Sie wurden von den Landgrafen im 18. und 19. Jahrhundert für die Seidenraupenzucht gepflanzt.“

Bilderstrecke: Fotos vom Tag des offenen Denkmals

Tag des offenen Denkmals in Kaufungen und Lohfelden

Wie vielfältig Holz verarbeitet wird, war im Crumbacher Gemeindezentrum zu sehen. Horst Fehr aus Lohfelden zeigte dort unter anderem einen Teil seiner Sammlung an historischen Holzwerkzeugen. „Zu den ältesten Stücken gehören Kornmaße aus 1847 und 1856“, sagt Fehr. Die Jahreszahlen sind dokumentiert.

Auch die Alte Ziegelei in Kaufungen hatte am Sonntag geöffnet. Dort wurde gesägt, gedrechselt, gehämmert und geschnitzt, sodass die Besucher Holz in all seinen Facetten erlebten – von filigranen Drechselarbeiten bis hin zu kräftigen Balken.

Gezeigt wurde auch, wie alte Holzverbindungen im Fachwerk gemacht werden. An einem anderen Stand fertigt Mareike Vay aus Frankfurt Holzeinbände für Bücher. „Dabei kommen viele alte Techniken zum Einsatz“, erklärt die Studentin

Eine sinnliche Erfahrung mit Holz konnte man auf dem Barfußpfad machen. Rinde, Pellets, Späne, Zweige, Scheite – jede Form des Holzes fühlt sich auf nackter Haut anders an. Ebenfalls sinnliche Erfahrungen boten die Sinnesgänge in der Ofenhalle. Ein Portion Geschichte gab es bei den Führungen durch das Ziegeleimuseum. (pke)

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