Planungen im Lossetal

Runder Tisch zur A44 ist gegen eine Talbrücke

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Trassenverlauf noch ungewiss: Wo die A 44 bei Kaufungen genau verlaufen wird, darüber schweigen sich die zuständigen Ministerien aus. Unsere Grafik zeigt die letzte bekannt gewordene Variante. Danach würde die A 44 über die Losse, die Leipziger Straße und die Straßenbahn geführt. Der Runde Tisch A 44 fordert statt dieses großen Brückenbauwerks, die Autobahn hier in einem Tunnel zu führen.

Kaufungen. Der geplante Abschnitt der Autobahn 44 soll das Lossetal nicht mittels einer Brücke überqueren, fordert der Runde Tisch A 44 in Kaufungen. Stattdessen befürwortet der Zusammenschluss aus Lärmschutzgründen eine Unterführung.

Bei Helsa laufen die Bauarbeiten für die A 44 auf Hochtouren. Der 4,2 Kilometer lange Tunnel Hirschhagen, seit einigen Wochen in Bau, wird die Anwohner wirksam vor Lärm schützen.

Doch wie sollen die Menschen in Kaufungen vor lärmenden Autos auf der A 44 geschützt werden? Das wissen bisher nur die Planer. Und die beiden Verkehrsminister Florian Rentsch (Hessen) und Peter Ramsauer (Bund) – doch die hüllen sich in Schweigen.

Eines ist für den Runden Tisch A 44 in Kaufungen klar: Die A 44 dürfe zwischen Niederkaufungen und Papierfabrik nicht – wie in einer früheren Planung vorgesehen – auf einer langen Talbrücke über die Tramstrecke, die Leipziger Straße und die Losse geführt werden. Stattdessen müsse hier für die Autobahn eine Unterführung gebaut werden. „Das würde sonst alles erschlagen“, meint der Kaufunger Ex-Bürgermeister Gerhard Iske, das gesamte untere Lossetal würde durch eine derartige Brücke zerstört.

„Wir befürchten, dass uns eine fertige Planung vorgelegt wird, bei der es für Kaufungen keinen Spielraum mehr gibt“, erläutert Iske die Position des Runden Tischs. „Wir fordern den höchstmöglichen aktiven Lärmschutz“, fügt Angelika Großberndt hinzu. Dies könne durch Tunnel erreicht werden, die Straßenführung in Troglage, den Einbau von Flüsterasphalt, möglichst wenige Brücken und Tempobegrenzungen.

Zu befürchten sei jedoch, dass die Planer mit Blick auf die Kosten nur passiven Lärmschutz vorsähen, also etwa die Gewährung von Lärmschutzfenstern für die Anwohner. Das sei aber nicht akzeptabel, meint Großberndt, schließlich sei Kaufungen eine Gemeinde mit dörflichem Charakter, wo sich die Menschen viel draußen aufhalten. Dauerlärm erzeuge Stress und mache krank. „Das Schutzgut Mensch muss an erster Stelle stehen“, fügt Iske hinzu.

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Im Bereich des Dautenbachs werde man um eine Brücke nicht herumkommen. Hier müsse aber verhindert werden, dass ein Lärmtrichter entstehe, der den reflektierten Krach nach Oberkaufungen leite, sagt Großberndt.

Beim Bau von Brücken müsse sichergestellt werden, dass die Verbindungselemente geräuscharm ausgelegt werden. Eine Situation wie in Bergshausen, wo die Anwohner der Autobahnbrücke seit Jahren über ratternde Verbindungsstücke klagen, dürfe es nicht geben.

Außerdem fordert der Runde Tisch A 44, dass sämtliche Brücken und Straßenabschnitte im Bereich Kaufungen mit Lärmschutzwänden oder -wällen versehen werden.

Hintergrund: Maximaler Schutz für die Bevölkerung

Der Runde Tisch in Kaufungen lehnt eine A 44 im Lossetal grundsätzlich ab. Falls das nicht durchsetzbar ist, setzt er sich für den maximalen Schutz der Bevölkerung und möglichst geringe Eingriffe in Natur und Landschaft ein.

Der Runde Tisch A 44 ist ein Zusammenschluss von politischen Parteien, Verbänden und Bürgerinitiativen im unteren Lossetal unter Leitung des Kaufunger Bürgermeisters Arnim Roß (SPD).

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