Gemeinde Kaufungen auf dem Weg zur Rundum-Versorgung aus erneuerbaren Energien

Kaufungen will bis 2030 das Klimaziel erreichen

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„Energiewende von unten“: (von links) Bürgermeister Arnim Roß und Diplom-Ingenieur Peter Dangelmeyer setzen sich für den Klimaschutz in der Gemeinde Kaufungen ein.

Kaufungen. Die Gemeinde Kaufungen will sich bis zum Jahr 2030 vollständig aus erneuerbaren Energien versorgen. Jetzt wurde der Maßnahmenplan für dieses von der Gemeindevertretung ins Auge gefasste Ziel während eines Workshops in der Haferbachhalle mit interessierten Bürgern erörtert.

Eine moderne Gemeinde werde sich künftig nicht mehr aus herkömmlichen Energien versorgen, sagte Bürgermeister Arnim Roß (SPD) bei der gut besuchten Auftaktveranstaltung.

Um die Ziele des Konzepts „Kaufungen aktiv fürs Klima“ zu erreichen, müsse man die Energieerzeugung und den Energieverbrauch in der Gemeinde genau unter die Lupe nehmen, sagte der Verwaltungschef. Bis jetzt werde nur ein Zehntel des Stroms aus erneuerbaren Energien erzeugt, bei der Wärmeerzeugung sei der Anteil nicht fossiler Energieträger mit sechs Prozent noch geringer.

Die Gemeinde Kaufungen erhält 30 500 Euro als Bundeszuschuss für die Entwicklung ihres Klimaschutzkonzeptes. Die Handlungsanweisung soll jetzt unter der Federführung von Diplom-Ingenieur Peter Dangelmeyer mit engagierten Bürgern in Arbeitsgruppen erarbeitet werden. „Ich werde in verschiedenen Szenarien darstellen, wie man das ehrgeizige Ziel bis 2030 erreichen kann“, kündigte der Energiefachmann an.

Gibt es Bestandsaufnahmen über regionale Energien? Weiß man über die Ressourcen in Kaufungen Bescheid? Hierüber und über die Erhebungsmethoden kam es zu temperamentvollen Erörterungen: Sika Senior-Chef Werner Siebert befürchtet gar „Diskussionen im luftleeren Raum, wenn unklar bleibt, ob überhaupt Windkraftanlagen aufgestellt werden können“. Die Daten über den Strom- und Gasverbrauch liegen vor.

Werner Siebert

„Es muss natürlich geprüft werden, ob in Kaufungen Flächen für große Windparks oder Solarfelder zur Verfügung stehen“, sagte Bürgermeister Armin Roß (SPD). Jetzt befassen sich engagierte Bürger in fünf Arbeitsgruppen mit Fragen, wie das Stromnetz oder das Heizverhalten optimiert werden können, oder wie man die Kaufunger Bevölkerung auf dem Weg in ein „gutes Leben nach der Erdöl-Ära“ einbinden kann. (ppw)

Informationen: Klimaschutz-Koordinatorin Rita Träbing im Bauamt der Gemeinde Kaufungen, erreichbar unter Tel. 0 56 05/80 22 71.

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