In Kaufungen und Helsa: Widerstand gegen Streichung von B7

Kaufungen/Helsa/Niestetal/Kassel. Zufriedenheit darüber, dass das Land Hessen endlich die Planung für die Autobahn 44 durch das Lossetal vorgestellt hat, und heftige Kritik am Inhalt derselben: Das ist die Stimmung in den Anrainerkommunen nach dem Besuch von Verkehrsminister Tarek Al-Wazir vom Wochenende.

Besonders die Tatsache, dass die B 7 zwischen Kaufungen und Helsa größtenteils wegfallen soll, stößt auf Widerstand in den Rathäusern.

Zentrale Kritikpunkte: der geplante Wegfall der Bundesstraße 7 zwischen Oberkaufungen und Helsa und der vorgesehene Umbau der A7-Anschlussstelle Kassel-Ost in ein Autobahndreieck mit der Folge, dass dort nicht mehr auf- und abgefahren werden kann.

Helsas Bürgermeister Tilo Küthe (SPD) kündigte am Montag auf HNA-Anfrage an, er werde von Hessen Mobil ein Gutachten fordern. Inhalt: die zu erwartende Zahl der Fahrzeuge, die nach einem Wegfall der B 7 künftig auf der Kreisstraße 7 und damit durch Helsa und Kaufungen rollen werden. Laut Küthe würde diese nicht nur bei Unfällen und Baustellen in Anspruch genommen.

Auch ein Teil des heutigen Individualverkehrs auf der B 7 werde dann über vor Jahren zurückgebaute Ortsstraßen fahren, befürchtet der Bürgermeister.

Auch die SPD-Abgeordneten Ulrike Gottschalck (Bundestag) und Timon Gremmels (Landtag/beide Niestetal) sehen mit dem B7-Wegfall ihre „schlimmsten Befürchtungen leider bestätigt“. Eine Überbauung durch die A 44 sei „nicht hinnehmbar“, so die Parlamentarier. Sie erinnerten in diesem Zusammenhang noch einmal an die Bereitschaft des Landkreises Kassel, über eine Übernahme der B 7 zu verhandeln. Ein Dorn im Auge ist den beiden SPD-Abgeordneten auch der Umbau des Anschlusses Kassel-Ost in ein Autobahndreieck.

An Minister Al-Wazir appellieren sie, den vergangene Woche veröffentlichten offenen Brief von 30 Unternehmen aus Kassel und Kaufungen ernst zu nehmen. Diese hatten auf unzumutbare Umwege hingewiesen.

Kaufungens Bürgermeister Arnim Roß (SPD) ist froh, dass der Trinkwasserbrunnen an der Kohlenstraße erhalten bleibt. Positiv zu vermerken sei auch, dass im Bereich Kaufungen offensichtlich mehr Lärmschutz geplant sei als bei der letzten, aus dem Jahr 2008 stammenden Trassenvariante.

Ausdrücklich begrüßte Roß am Montag gegenüber der HNA die Zusage Al-Wazirs, vor dem förmlichen Beginn des Planfeststellungsverfahrens für den Abschnitt Kassel-Helsa mit den Kommunen über ihre Forderungen zu sprechen. Knackpunkte der Planung sind auch für Roß der Wegfall von B 7 und Kassel-Ost.

Eine „dramatische Zunahme“ des Verkehrs an der Anschlussstelle Kassel-Nord erwartet Niestetals Bürgermeister Andreas Siebert (SPD) für den Fall, dass die Anschlussstelle Kassel-Ost wegfällt.

Für seine Gemeinde pocht der Verwaltungschef ebenfalls auf besseren Lärmschutz.

Von Peter Ketteritzsch

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