SPD-Abgeordnete kritisieren Chef des Verkehrsressorts

A 44: Minister Rentsch rudert zurück

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Kaufungen/Helsa. Der hessische Verkehrsminister Florian Rentsch (FDP) hat seine Ankündigung der nochmaligen Überprüfung der A44-Trassenplanung bei Kaufungen relativiert. Laut Rentsch handele es sich um die "übliche und gesetzlich gebotene Vorgehensweise".

Dies ließ Rentsch durch seinen Pressesprecher Wolfgang Harms auf Anfrage der HNA jetzt mitteilen. Auf diesen Umstand habe der Minister in seinem Schreiben an die Kaufunger Wählergemeinschaft (KWG) auch hingewiesen, so Harms weiter.

„In jedem Planfeststellungsverfahren werden vor dem abschließenden Beschluss nochmals alle im vorherigen Raumordungsverfahren untersuchten und im Planfeststellungsverfahren vorgetragenen Alternativen geprüft“, teilte der Ministeriumssprecher mit. Wie weit das zuständige Bundesverkehrsministerium mit der Fortsetzung des Planfeststellungsverfahren sei, wisse man in Wiesbaden nicht.

421 Protestpostkarten

Florian Rentsch

Auslöser des Briefwechsels war eine KWG-Aktion im Juni gewesen. Die KWG hatte 5000 Protest-Postkarten drucken lassen und in Kaufungen ausgelegt. 421 Kaufunger beteiligten sich und schickten ihren Protest gegen die Lossetal-Trasse an Minister Rentsch.

Daraufhin schrieb Rentsch an die KWG und stellte eine nochmalige Überprüfung der geplanten Trasse im Lossetal sowie auch der bereits verworfenen Trasse durch das Waldgebiet der Söhre in Aussicht. Das hatte für Irriationen in der Region geführt.

„Falsche Hoffnungen“

Die nordhessischen Bundes- und Landtagsabgeordneten der SPD kritisieren Rentschs Ankündigung: „Der neue hessische Verkehrsminister muss die A 44 in dem Abschnitt zwischen Kassel-Ost und Helsa endlich gerichtsfest planen und nicht die Menschen in der Söhre irritieren und in Kaufungen falsche Hoffnungen wecken“, schreibt die Bundestagsabgeordnete Ulrike Gottschalck (Niestetal) in einer gemeinsamen Erklärung mit den Landtagskollegen Timon Gremmels, Uwe Frankenberger und Wolfgang Decker.

„Wir erwarten, dass Rentsch jetzt endlich Gas gibt und auch beim Bund Druck macht, damit das Planfeststellungsverfahren starten kann“, so die SPD-Abgeordneten. Es dürfe nicht dazu kommen, dass die Autobahn im Osten fertig gebaut werde, in Kaufungen der Autobahnverkehr aber über die B7 rolle und die Gemeinde dem ungeschützt ausgeliefert sei. Besonders wichtig sei, dass die betroffenen Menschen vor Lärm geschützt würden.

„Wir halten am Weiterbau der A44 fest“, schreibt der FDP-Landtagsabgeordnete Helmut von Zech (Zierenberg) in einer Pressemitteilung. Ziel der FDP sei es, die Planung für den A44-Abschnitt von Kassel-Ost bis Helsa-Ost „spätestens im nächsten Jahr“ abzuschließen.

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