Keine Lämschutzwände über dem Lossetal

A44 Kaufungen-Helsa: Es geht um Lärm und Wald

Autobahn am Hang des Stiftswaldes: Wegen des Erhalts der heutigen Bundesstraße wird die A 44 weiter südlich und höher als ursprünglich vorgesehen verlaufen. Bei Hessen Mobil hat man mit der Neuplanung des Abschnitts zwischen Oberkaufungen und Helsa bereits begonnen.

Kaufungen/Helsa. Um zu verdeutlichen, wie die A44 zwischen Kaufungen und Helsa einmal aussehen wird, hat das Hessische Verkehrsministerium eine weitere Darstellung vorgelegt.

Die zweite Visualisierung, die an ein Foto erinnert, zeigt die Autobahn 44 hoch am Hang des Stiftswaldes.

Der Blick des Betrachters geht von der gegenüberliegenden Seite des Lossetals über die Kunstmühle hinweg in Richtung Stiftswald. Dabei wird angenommen, dass der Betrachter in dem Wohngebiet (Rottebachweg) zwischen Tramlinie und DRK-Klinik steht.

DER LÄRMSCHUTZ

Beim Blick in Richtung Autobahn fällt auf, dass es entlang der Trasse hoch über dem Lossetal keine Lärmschutzwände gibt. Lärmschutzeinrichtungen seien in der Darstellung nicht vorhanden, da sie noch nicht geplant worden seien, sagte Ministeriumssprecher Wolfgang Harms am Mittwoch auf HNA-Anfrage.

Er verweist darauf, dass die Streckenführung zwischen Oberkaufungen und Helsa neu geplant werden müsse. Der Grund: Der Erhalt der heutigen Bundesstraße 7 als Ausweichstrecke war bei der Vorlage der ursprünglichen Planung noch nicht vereinbart. Doch der Erhalt hat Konsequenzen: Weil die B 7 nicht überbaut werden kann, muss die Autobahn weiter südlich in den Stiftswald versetzt werden und damit auch mehr in der Höhe verlaufen. Der Zeitplan der Straßenbaubehörde Hessen Mobil sieht vor, dass die überarbeitete Planung für den Abschnitt in einem Jahr unter Dach und Fach ist.

Bis November 2017 soll die Untersuchung der Lärm-Problematik abgeschlossen und damit auch die Frage des Lärmschutzes geklärt sein. Der Abschnitt Kaufungen-Helsa, das unterstrich der Ministeriumssprecher, müsse neu geplant werden. Dies gelte nicht für den Rest des von den Experten als Verkehrskosteneinheit (VKE) 11 bezeichneten Abschnitts.

DER STIFTSWALD

Das Ritterschaftliche Stift als Eigentümer des 1560 Hektar großen Waldes wolle den Bau der A 44 und den Erhalt der B 7 nicht verhindern, sagte der für den Forst zuständige Obervorsteher Thilo von Gilsa. Für den Verlust des Waldes in einer Größenordnung von bis zu 30 Hektar erwarte man vom Land Hessen und der Gemeinde Kaufungen aber entsprechende Ausgleichsflächen. An einer finanziellen Entschädigung sei das Stift nicht interessiert, sagte von Gilsa. Sollte es zur Stilllegung von Waldflächen im Zusammenhang mit der Fledermaus-Kolonie an der Ziegelhütte kommen, müsse ebenfalls Ersatzwald her. 

Windräder und Ruheforst

Der Stiftswald ist 1560 Hektar groß. Er liegt als zusammenhängende Fläche südwestlich von Helsa und Kaufungen, und zwar auf einer Höhe zwischen 280 (Lossetal) und 528 Meter ü. NN. (Bielstein). Das Waldgebiet des Ritterschaftlichen Stifts Kaufungen erfüllt eine wichtige Funktion bei der Trinkwassergewinnung: 57 Prozent der Fläche sind als Wasserschutzgebiet ausgewiesen. Nach Angaben des Ritterschaftlichen Stifts werden in dem in zwei Reviere aufgeteilten Privatwald pro Jahr rund 11 000 Festmeter Holz eingeschlagen. Unter den Baumarten im Stiftswald dominieren Fichten (53 Prozent) und Buchen (29 Prozent). Die Städtischen Werke Kassel betreiben am Michelskopf und am Belgerkopf einen Windpark mit neun Anlagen. Am Rande des Stiftswalds unweit der Ziegelhütte existiert ein Ruheforst für naturnahe Bestattungen.

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