Vorsichtige Annäherung

A44-Planung: Land und Kommunen starteten Verhandlungen

Protest gegen A  44 im Lossetal: Umweltschützer und Grüne demonstrierten vor Beginn der Gespräche an der Haferbachhalle in Niederkaufungen gegen die Autobahn 44. Foto: Wohlgehagen

Kaufungen/Helsa. Konkrete Verhandlungsergebnisse gibt es noch nicht, aber der Weg für die Einbindung der Anrainergemeinden in die Planung für die A44 zwischen Helsa und Kassel zeichnet sich nun ab.

Bei dem vom hessischen Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) angeregten Dialog zur A44 im Lossetal wurde zwischen den Beteiligten am Donnerstag in Kaufungen vereinbart, Arbeitsgruppen zu bilden, in denen eine Annäherung der unterschiedlichen Positionen gesucht werden soll.

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In diesen Arbeitsgruppen und in einer Lenkungsgruppe sollen Mitarbeiter des Verkehrsministeriums und von Hessen Mobil genauso mitwirken wie Betroffene und Fachleute aus den beiden Landkreisen, der Stadt Kassel und den Gemeinden Kaufungen, Helsa, Lohfelden und Niestetal. Konkret benannt wurden die Themen Autobahnanschlussstelle Kassel-Ost, Umleitungsverkehr, Naturschutz sowie Lärm und Schadstoffbelastungen.

Neue Prognose für 2030 

„Die Trassenführung der sogenannten Losse-Linie steht“, aber die Verkehrsprognose müsse auf den Stand des Jahres 2030 aktualisiert und dann noch einmal dem Bundesverkehrsminister vorgelegt werden, sagte Kirsten Preetz, Referatsleiterin im Wiesbadener Verkehrsministerium. Das schließe eine Überprüfung der Schadstoff- und Schallbelastungen ein. Die Zeit bis zur neuen Offenlegung der Pläne im Frühjahr 2016 könne und wolle man laut Preetz für diesen fachlichen Dialog mit den Kommunen vor Ort nutzen.

Autobahnkreuz statt Dreieck 

Projektleiter Ralf Struif von Hessen Mobil stellte drei Varianten für den umstrittenen Wegfall der Anschlussstelle Kassel-Ost (Papierfabrik) vor und nahm im weiteren Verlauf der Erörterungen auch zum Rückbau der B 7 zwischen Kaufungen und Helsa Stellung. Eine der Alternativlösungen für Kassel-Ost ist die Aufwertung zu einem Autobahnkreuz. Man könne damit zwar die Anbindung an die Leipziger Straße erhalten, müsste aber zusätzliche Bauwerke errichten und bekomme Probleme mit dem FFH-Recht, sagte der Verkehrsexperte. Struif gab letztlich der geplanten neuen Anschlussstelle Kaufungen den Vorzug.

Bürgermeister Arnim Roß (SPD) legte mit dem von seiner Gemeinde beauftragten Verkehrs- und Umweltplaner Wulf Hahn die Zielvorstellungen Kaufungens dar. Roß forderte, auf den Umleitungsverkehr durch die Gemeinden zu verzichten.

Wer eine Autobahn plane, müsse an zukunftsweisende Lösungen denken, sagte Landrat Uwe Schmidt (SPD) zum gleichen Thema. Schmidt erinnerte daran, dass der Kreis bereit sei, das für den Rückbau vorgesehene Teilstück der B 7 zu übernehmen.

Mehr Lkw-Verkehr 

Kritik an der Planung kam auch von Parlamentschef Uwe Jäger (SPD) aus Lohfelden, der eine durch die neue Anschlussstelle Kaufungen ausgelöste Überflutung des Ortsteils Ochshausen mit Lkw befürchtet.

Ähnlich argumentierte Bürgermeister Andreas Siebert (SPD): Der Niestetaler Verwaltungschef sorgt sich um die Verkehrsbelastung am A 7-Anschluss Kassel-Nord in Heiligenrode, wenn auf den Anschluss Kassel-Ost verzichtet werde.

Von Hans-Peter Wohlgehagen

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