Planung der Autobahn 44

Neue Idee für Erhalt der B7 zwischen Kaufungen und Helsa

+
Könnte bald verschwunden sein: Die jüngste Idee zur Rettung der Bundesstraße 7 zwischen Kaufungen und Helsa sieht vor, die Kreisstraße (Leipziger Straße) zu einem Wirtschaftsweg zurückzubauen. Der Radweg soll erhalten bleiben.

Kaufungen / Helsa. Es ist einer der Hauptkritikpunkte an der Autobahnplanung der A 44 im unteren Lossetal: der Wegfall der Bundesstraße 7 zwischen Oberkaufungen und Helsa.

Ursprünglich sollten die B 7 und die A 44 in diesem Abschnitt praktisch parallel verlaufen; doch dann legte sich der Bundesrechnungshof quer.

Zwei Straßen nebeneinander, für die der Bund finanziell aufkommen muss, seien nicht akzeptabel, so das Argument der Bonner Finanzwächter. Seitdem auf den veränderten Plänen von Hessen Mobil nun die Autobahn auf der heutigen B7-Trasse verläuft, sucht man in Kaufungen und Helsa fieberhaft nach einer Möglichkeit, diese Lösung noch abwenden zu können.

Denn für den Fall, dass die Kreisstraße 7 (Leipziger Straße), wie in dem Konzept vorgesehen, offizielle Umleitungsstrecke bei Unfällen und Baustellen auf der Autobahn wird, befürchten nicht nur die Bürgermeister Arnim Roß (SPD/Kaufungen) und Tilo Küthe (SPD/Helsa) ein Verkehrschaos in den Ortschaften. Hinzu käme der regionale Lieferverkehr, der künftig auch über die K 7 abgewickelt würde.

Jetzt liegt allerdings eine neue Idee auf dem Tisch, die den Erhalt der Bundesstraße möglich erscheinen lässt - wenn auch in einer im Vergleich zu heute abgespeckten Variante. Diskutiert wurde die Idee in der Arbeitsgruppe „Umleitungsverkehre zwischen Kaufungen und Helsa und Trassenvarianten“, die im vergangenen Jahr als Teil des Dialogverfahrens zwischen dem Land Hessen und den Anrainerkommunen der künftigen A 44 gebildet wurde.

Demnach könnte die A 44, angelehnt an die ursprünglichen Pläne, südwärts in den Hang des Stiftswaldes verschoben werden. Im Gegenzug soll geprüft werden, ob die Kreisstraße 7 entsiegelt und zu einem reinen Wirtschaftsweg zurückgebaut werden kann. Der neben der Straße verlaufende Radweg soll bei diesem Szenario erhalten bleiben. Der Landkreis Kassel könnte dann die heutige Bundesstraße übernehmen und zur Kreisstraße machen. Ein Mandat zur Verhandlung mit dem Bund hat der Kreistag Landrat Uwe Schmidt (SPD) bereits im Jahr 2013 erteilt.

Mit der neuen Variante könnten zwei Probleme gelöst werden. Erstens: Es gäbe keine zwei parallel verlaufenden Straßen in der Regie des Bundes. Zweitens: Der Umleitungsverkehr würde die Gemeinden nicht belasten. Bis zur nächsten Sitzung der Arbeitsgruppe am Montag, 11. Mai, wird Hessen Mobil die Alternativlösung prüfen und einen Bericht vorlegen.

Hintergrund: Veränderungen durch neue Idee

Gegenüber der aktuellen Planung würden der Erhalt der B 7 und die Verschiebung der A 44 laut Autobahnplaner Ralf Struif (Hessen Mobil) einige weitere Veränderungen nach sich ziehen:

• Die neue Variante wäre teurer, eine genaue Summe steht noch nicht fest.

• Eine Verschiebung der Autobahn würde 3,4 Hektar (fünf Fußballplätze) mehr Waldfläche des Stiftswaldes verbrauchen.

• Die Grünbrücke für Wildtiere über das Lossetal müsste verlängert werden.

• Für den Bauablauf der Autobahn wäre die Lösung positiv, da die B 7 weiter genutzt werden könnte.

• Die veränderte Planung müsste dem Bundesverkehrsministerium erneut zur Genehmigung vorgelegt werden.

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.