Verheerende Bilanz mit acht Verletzten und 95.000 Euro Schaden

A7-Anschluss Kassel-Ost: Schon 22 Unfälle an Kurz-Auffahrt

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Brenzlige Situationen zuhauf: An der provisorischen Auffahrt Kassel-Ost hat es schon 22 Mal gekracht.

Kaufungen/Kassel. Es ist eine erschreckende Bilanz, die die Polizei am Dienstag auf HNA-Anfrage vorlegte: An der wegen des Baus der Lärmschutzwand verkürzten Auffahrt der A7-Anschlussstelle Kassel-Ost hat es seit der Umstellung der Verkehrsführung vor knapp sechs Wochen bereits 22 Mal gekracht.

Bei den Unfällen an der Auffahrt in Richtung Süden wurden nach Auskunft von Polizeisprecher Wolfgang Jungnitsch acht Menschen leicht verletzt. Den Schaden beziffert Jungnitsch mit 95.000 Euro. Die durch die neue Verkehrführung entstandenen Probleme sind vielfältig.

Die verkürze Auffahrt

Autofahrer haben große Probleme, gefahrlos auf die Autobahn zu gelangen. Der Grund: Sie müssen zunächst vor einem Stoppschild am Fahrbahnrand halten und dann aus dem Stand auffahren. Vor allem Fahrer schwächer motorisierter Personenwagen zögern da angesichts der mit hohem Tempo (erlaubt sind 80 km/h) auf der A 7 herannahenden Pkw und Lastwagen. Weil viele Fahrer nach dem Anfahren noch einmal bremsen, kommt es in der Auffahrt immer wieder zu Auffahrunfällen. Dabei besteht die Gefahr, dass stehende Fahrzeuge in den fließenden Verkehr geschoben werden.

Staus auf der Autobahn

Fahrer, die in der Baustelle auf dem rechten Fahrstreifen unterwegs sind und Autos auffahren lassen, verursachen Staus. Sie reichen teilweise bis zur Anschlussstelle Kassel-Nord zurück. Außerdem steigt dadurch auch im Baustellenbereich die Gefahr von Auffahrunfällen - nicht zuletzt dadurch, dass Autos von der rechten auf den mittleren oder die linken Fahrstreifen wechseln.

Schlechte Markierung

Innerhalb der Baustelle gilt die gelbe Fahrbahnmarkierung. Diese ist aber stellenweise kaum noch zu erkennen. Die Folge: Viele Autofahrer richten sich nach der alten, viel besser sichtbaren weißen Markierung, was ebenfalls regelmäßig zu brenzligen Situationen führt.

Für die Polizei kann es angesichts dieser Bilanz nur eine Konsequenz geben. Laut Polizeisprecher Jungnitsch würde sie es sehr begrüßen, wenn die Straßenbaubehörde Hessen-Mobil die Auffahrt Kassel-Ost in Fahrtrichtung Süden sperren würde.

Stattdessen, so die Verkehrsexperten, sollte die Anschlussstelle Kassel-Nord als Ersatz-Auffahrt dienen. Konkret würde dies bedeuten: Autofahrer müssten an der Anschlussstelle Kassel-Ost zunächst nach Norden fahren, bei Kassel-Nord die zweite Abfahrtsmöglichkeit (Sandershausen) nehmen, über die Brücke fahren und von der Dresdener Straße wieder auf die Autobahn in Richtung Süden wechseln.

Bei Hessen-Mobil hält man sich zu der Frage, ob die Auffahrt Kassel-Ost dicht gemacht wird, noch bedeckt. Sprecher Horst Sinemus gegenüber der HNA: „Die Situation wird beobachtet.“

Von Peter Ketteritzsch

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