Neuartige Panorama-Medienwand für Tagesschau und Tagesthemen

Kaufunger Unternehmen Ambion bestückt ARD-Studio

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Perfektion und Stil: Das neue Tagesschaustudio, das im April 2014 in Betrieb gegangen ist, wurde unter anderem von der Kaufunger Medienfirma Ambion ausgestattet. Die Nordhessen entwickelten die 18 Meter lange Medienwand im Hintergrund, auf der Filme eingespielt und Gesprächspartner gezeigt werden können. Das Foto zeigt (von links) die Moderatoren und Sprecher Andreas Käckell, Judith Rakers und Thomas Roth. Andreas Käckell wurde in Kassel geboren, volontierte bei der HNA und ging 1990 als Sportmoderator zum NDR nach Hamburg.

Kaufungen / Hamburg. Es ist 20 Uhr, die Tagesschau ist auf Millionen deutscher Bildschirme zu sehen. Und mit ihr das jüngste Aushängeschild des jungen Kaufunger Unternehmens Ambion.

Die Ingenieure aus Nordhessen haben die Panorama-Medienwand konzipiert; sie ist der zentrale Bestandteil des im April 2014 auf Sendung gegangenen neuen Tagesschaustudios des NDR in Hamburg.

Auf der Medienwand, die sich hinter den Sprechern und Moderatoren befindet, werden Filme und Grafiken eingespielt, erscheinen bei Live-Schaltungen Korrespondenten und Interviewpartner.

Wegweisende Entwicklung

Im Februar 2010 hatte die Firma Ambion von der ARD den Auftrag erhalten für eine bespielbare Medienwand in Premiumqualität, ohne den Einsatz der bisher üblichen Blue-Screen-Technologie.

Nachdem LED-Technik in ersten Versuchen nicht überzeugte, verfolgte man zusammen mit der Lang AG (Lindlar/Nordrhein-Westfalen) die Idee einer Projektionsscheibe weiter. Die Kaufunger Spezialisten errichteten Testaufbauten in ihren Räumen im Ortsteil Papierfabrik und später beim NDR in Hamburg. Bei der Entwicklung konnten sie auf eigene Erfahrungen aus anderen Bereichen zurückgreifen.

Testaufbau: In einem Studio des NDR in Hamburg probierten Ambion-Mitarbeiter aus, ob sich die von ihnen entwickelte Panoramawand in der Praxis bewährt.

Das Ergebnis ist laut Ambion-Geschäftsführer Christian Sommer wegweisend und völlig neu: eine Echtbild-Darstellung auf einer halbrunden, 18 Meter langen Panoramawand. Sieben Projektoren mit einer Gesamtauflösung von 8260 x 1050 Pixel sind notwendig, um die 40 Quadratmeter große Fläche zu bespielen. Die Bilder und Texte werden von hinten seitenverkehrt auf die Wand aus mattgrauem Kunststoff projiziert. Dafür müssen sie vorher von einem Grafikcomputer umgerechnet werden.

Die Projektionsfläche ist eine Spezialanfertigung, die die Inhalte ohne Nähte und ohne Moiré-Effekt (sich überlagernde Rasterpunkte) sichtbar macht. Die Panoramafläche kann von den Moderatoren auch interaktiv genutzt werden.

In Echtzeit

„Panoramascheiben sind nicht neu“, sagte Sommer der HNA. „Neu sind aber Projektionen in dieser Größenordnung, das gab es bisher noch nicht.“ Mit der Panoramawand kann die ARD in kürzester Zeit auf aktuelle Ereignisse reagieren, Nachrichten einfügen und Filme in Echtzeit einspielen. Die heute verbreiteten virtuellen Studios bräuchten sehr viel längere Vorlaufzeiten, sagte Sommer.

Ein Kernteam von zehn Mitarbeitern, vier davon aus Kaufungen, hat das Konzept entwickelt. In der Endphase waren bis zu 20 Mitarbeiter damit beschäftigt.

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