Hessen Mobil gibt zu: „Grünintervalle schlecht geschaltet“

Ampel-Ärger auf B7: Eine Stunde Stau wegen Baustelle

Kaufungen/Helsa. Die Baustelle auf der Bundesstraße zwischen Helsa und Kaufungen währte nur drei Tage – von Montag bis zum Mittwoch. Dennoch sorgte die Baustelle erheblich für Verdruss bei Berufspendlern.

Sogar ein Unfall ereignete sich dort. Am Dienstagmittag war eine 23-jährige Frau aus Hessisch Lichtenau vor der Baustellenampel ins Stauende gekracht und hatte sich dabei verletzt.

Die Autofahrer schlagen Alarm, bis Mittwochabend gingen zahlreiche E-Mails bei der HNA, die schon am Samstag auf die Baustelle hingewiesen hatte, ein. Von „Tyrannei“ ist da die Rede, von einer „nicht nachvollziehbaren einspurigen Verkehrsführung“ mitsamt einer „völlig unsinnigen“ Baustellenampel.

„Am Dienstag stand ich eine halbe Stunde vor dieser Ampel, am Mittwochmorgen sogar fast eine Stunde“, sagt Matthias Möller, der schon seit 30 Jahren von Großalmerode nach Kassel zum Arbeitsplatz pendelt.

Unerklärlich für ihn: „Die B7 war früher dreispurig ausgebaut. Sie ist also breit genug, um auch in den Baustellenbereichen Gegenverkehr zuzulassen“. Stattdessen sei eine Spur komplett gesperrt worden, eine Baustellenampel habe den Verkehr geregelt – und so für kilometerlange Staus gesorgt.

Dabei war die Baustelle, eingerichtet von Hessen Mobil, gar nicht mal so groß. Es ging eher um kleinflächige Straßenreparaturen auf dem B7-Teilstück zwischen Helsa und Kaufungen in beiden Richtungen. Die alte, marode Fahrbahndecke wurde auf Breite einer Fahrspur abgefräst, eine neue Deckschicht eingebaut und das Ganze dann noch mit Splitt abgestreut. All das ging in Form einer kleinen Wanderbaustelle recht zügig vonstatten. Schon am Mittwochmittag waren alle Baumaschinen, Begrenzungsbarken und die besagten Baustellenampeln wieder verschwunden.

Horst Sinemus, Sprecher von Hessen Mobil: „Wir hatten es hier mit einem zeitlich sehr begrenzten und nur wenig komplizierten Vorhaben zu tun. Alle Straßenreparaturen haben wir in weniger als drei Tagen erledigen können“. Die Einrichtung einer aufwendigen zweispurigen Dauerbaustelle mit mobilen Schutzplanken und gelben Fahrbahnmarkierungen hätte in keinem Verhältnis zum tatsächlichen Bauaufwand gestanden, auch wenn dadurch die Baustellenampel weggefallen wäre.

„Auch befanden sich die defekten Straßenstellen auf der B7 in beiden Fahrtrichtungen, sodass auf beiden Straßenseiten gebaut werden musste. „In solch einem Fall ist eine Baustellenampel natürlich deutlich flexibler als eine fest eingerichtete Baustelle“, sagt Sinemus.

Probleme habe es tatsächlich mit der Schaltung der Grünintervalle gegeben. „Die Grünintervalle hätten je nach Verkehrssituation deutlich angepasster geschaltet sein können“, gibt Sinemus zu. So habe es vor allem zu den Stoßzeiten zu lange Rotphasen für die Pendler gegeben.

Rubriklistenbild: © Archivfoto: Burgi

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