Kosten trägt die Gemeinde

Abriss: Bagger zerlegen alte Fleischerei in Oberkaufungen

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Nicht mehr viel übrig: Die Wirtschaftsgebäude der früheren Fleischerei Reichel am Brauplatz wurden inzwischen abgerissen. Demnächst verschwindet auch das Wohnhaus im Hintergrund. Im nächsten Frühjahr beginnt dann im alten Ortszentrum von Oberkaufungen der Bau eines Wohnheims für behinderte Menschen. Dafür verpachtet die Gemeinde das Grundstück an die Baunataler Diakonie Kassel.

Kaufungen. Bagger haben in dieser Woche damit begonnen, die Wirtschaftsgebäude der früheren Fleischerei Reichel am Brauplatz in Oberkaufungen dem Erdboden gleichzumachen.

Der Abriss der Fleischerei samt des benachbarten Wohnhauses markiert den Beginn einer umfassenden Umgestaltung des alten Ortskerns. Spätestens Anfang Oktober soll von den Gebäuden nichts mehr zu sehen sein, sagte Bürgermeister Arnim Roß (SPD) auf HNA-Anfrage. Das geräumte Areal wird dann an die Baunataler Diakonie Kassel (BDKS) übergeben. „Die Verträge sind geschlossen“, so Roß. Diese sehen vor, dass die Gemeinde das von Fleischermeister Gerhard Reichel erworbene Areal für 99 Jahre an die Diakonie verpachtet.

Die Kosten für den Abriss trägt die Gemeinde: Für die Beseitigung der Gebäude und die Untersuchung des Areals auf Schadstoffe werden rund 90.000 Euro fällig. Das Gros der Kosten (72 Prozent) wird mit Geld aus dem Förderprogramm Stadtumbau Hessen getragen, den Rest muss die Gemeinde stemmen. Schadstoffe seien allerdings nicht gefunden worden, sagte Roß.

Den Winter über wird das Gelände eine Brache sein, im Frühjahr 2015 rücken dann aber erneut die Bagger an. Dann beginnt die Sozialeinrichtung mit dem Bau einer Wohnanlage für Behinderte.

Arnim Roß

Ursprünglich hatten die Baunataler noch in diesem Jahr bauen wollen. Nach den Plänen der BDKS werden in dem zweistöckigen Haus am Brauplatz bis zu 18 Menschen mit Behinderungen leben. Die Baukosten bezifferte BDKS-Vorstandsmitglied Michael Conzelmann bereits Anfang des Jahres mit 3,2 Millionen Euro. Wie das Haus genau aussehen wird, wollen Gemeinde und BDKS in den nächsten Wochen öffentlich machen.

Dabei wird es auch um eine Besonderheit gehen. Wie berichtet, wird im Erdgeschoss ein Dorfladen mit einem rund 3000 Artikel umfassenden Sortiment entstehen. Als Betreiberin des Ladens, in dem die behinderten Bewohner Arbeit finden sollen, ist weiterhin die Handelskette Tegut im Gespräch. BDKS und Tegut betreiben derartige Läden bereits in Oberweser-Gieselwerder und Körle.

Den Dorfladen sieht Bürgermeister Roß als Ergänzung der Nahversorgung in Oberkaufungen. Mit der Übersiedlung des Edeka-Marktes auf das frühere Riffer-Gelände am Ortsrand gibt es direkt in dem Ortsteil keine Einkaufsmöglichkeit mehr.

Der Brauplatz, der inzwischen komplett der Gemeinde gehört und umgestaltet wurde, dient nunmehr als Platz für Feste. Seine Premiere erlebte er dieses Frühjahr beim Ostermarkt.

Von Peter Ketteritzsch

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