Platz für 19 Bewohner

Behindertenwohnheim in Oberkaufungen: Baustart im Sommer 2015

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Dort entsteht das Wohnheim: Kaufungens Bürgermeister Arnim Roß (SPD, von links) und BDKS-Vorstandsmitglied Michael Conzelmann stellten das Projekt vor.

Kaufungen. Die Bewohner des alten Ortskerns von Oberkaufungen bekommen in absehbarer Zeit neue Nachbarn: 19 geistig behinderte Menschen werden in das Wohnheim einziehen, das die Baunataler Diakonie Kassel (BDKS) auf dem Gelände der inzwischen abgerissenen Fleischerei Reichel errichtet.

Die Behinderten werden in zwei Wohngruppen á acht Personen sowie in drei Einzelappartements leben, kündigte BDKS-Vorstandsmitglied Michael Conzelmann am Donnerstag bei der Vorstellung der Pläne an.

Die Möglichkeit, am Brauplatz bauen zu können, bezeichnete der Geschäftsführer als Glücksfall. „Einen besseren Standort kann man nicht finden“, sagte er. Der zentral gelegene Brauplatz ermögliche den voraussichtlich zwischen 20 und 60 Jahren alten Bewohnern, deren geistige Einschränkung mittelschwer sei, die Teilhabe am dörflichen Leben. Der Plan der Sozialeinrichtung sieht vor, dass die Bewohner spätestens im Herbst 2016 in das zweigeschossige Wohnheim einziehen werden.

Die Kosten für das von dem Kasseler Planungsbüro Foundation 5+ Architekten entworfene, komplett barrrierefreie Gebäude beziffert Conzelmann mit 2,2 Millionen Euro. „Wir erwarten Zuschüsse vom Landeswohlfahrtsverband, der Diakonie Hessen und der Aktion Mensch“, sagte das BDKS-Vorstandsmitglied. Mit welchen Summen genau sich die Sozialverbände und die TV-bekannte Aktion Mensch an dem Bau des Wohnheims beteiligen werden, konnte Conzelmann noch nicht sagen. Spätestens Mitte 2015 sollen im Ortszentrum von Oberkaufungen die Bagger anrollen. Baureif ist das Areal schon jetzt: Das Wirtschaftsgebäude der Fleischerei und das einstige Wohnhaus der Familie Reichel wurden dem Erdboden gleichgemacht.

Dass die BDKS in Oberkaufungen bauen kann, geht nur, weil die Organisation das Grundstück nicht kaufen muss. Dies hat die Gemeinde getan, die das Areal an die Diakonieeinrichtung verpachtet.

Gekauft hat die BDKS hingegen das zweite, direkt an der Leipziger Straße gelegenen Reichel-Haus. Das Gebäude, das im Erdgeschoss einen Döner-Imbiss beherbergt, könnte laut Conzelmann später einmal für Betreutes Wohnen genutzt werden.

Der Entwurf der Baunataler sieht weiterhin einen Dorfladen im Erdgeschoss des Wohnheims vor. Ob dieser allerdings, wie bislang stets berichtet, in Zusammenarbeit mit der Handelskette Tegut (Fulda) betrieben wird, steht noch nicht genau fest. „Es kann Tegut sein, aber auch ein anderer Lieferant“, sagte das BDKS-Vorstandsmitglied.

Klar ist indes, dass der Laden auch eine Art kleine Begegnungsstätte werden soll: Eine Café-Ecke ist laut Conzelmann fest eingeplant.

Von Peter Ketteritzsch

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