Pflegeleicht und freundlich

Besuch auf Alpaka-Farm in Kaufungen: Familie züchtet seit 30 Jahren

+
Seit fast 30 Jahren leben Alpakas auf den rund vier Hektar großen Wiesen der Familie Chrubasik: Henrike Chrubasik füttert ihre wuscheligen Schützlinge mit Kraftfutter.

Kaufungen. Seit fast 30 Jahren leben Alpakas auf den rund vier Hektar großen Wiesen der Familie Chrubasik. Wir haben die Tiere besucht. 

Trotz herrlich scheinender Sonne ist es knackig-kalt an diesem Morgen am Waldrand oberhalb Kaufungens: Minus 9 Grad Celsius zeigt das Thermometer gegen 9 Uhr. Da hält es Henrike (70) und Walter Chrubasik (71) nicht lange draußen bei ihren Alpakas – auch wenn sie die Tiere nach fast dreißig Jahren Zucht tief ins Herz geschlossen haben. Also, schnell raus in den offenen Stall, wo sich die 35 Tiere gerade aufhalten, wohlwissend, dass es gleich Futter gibt.

Auf dem Speiseplan stehen Heu, Kraftfutter und als kleines Schmankerl: Möhrchen. Eigentlich sind die wuscheligen Tiere eher scheuer Natur, doch den Chrubasiks fressen sie teils schon aus der Hand. „Langsam, nicht spucken“, ruft Henrike Chrubasik einer Gruppe von sieben Tieren zu, die sich auf der vier Hektar großen Fläche um sie und ihren Futtereimer schart. Ja, sie spucken, „aber nur untereinander, beim Fressen“, betont Henrike Chrubasik. Sie zeigt auf ein weißes Exemplar, das – umringt von anderen Alpakas – stolz in der Sonne steht: „Das ist Hendrik“, sagt Henrike Chrubasik, „unser Zuchthengst. Der darf alle Stuten befruchten.“ Walter Chrubasik schaut hinüber, lächelt und ergänzt kurz: „Der hat’s gut.“

Nach fünf Minuten in eisiger Kälte sind die Finger blau: Rein in das warme Haus, die Hände erst am offenen Kamin und dann an einer heißen Tasse Kaffee am gemütlichen Küchentisch wärmen.

Tiefbraune Augen: Elisa lässt sich für ein Foto kurz vom Futtertrog ablenken. 

Das Ehepaar, das in Rente ist, erzählt über die Leidenschaft rund um die Tiere mit den großen, tiefbraunen Augen: „Wir haben die Wiesen und die müssen genutzt werden“, sagt Walter Chrubasik pragmatisch. Alle anderen Tierarten wären nichts für die Familie gewesen: „Wir hatten mal 30 Gänse, aber die wurden uns innerhalb von einer Woche fast alle von Waschbären gerissen“, erzählt die Dame des Hauses. „Pferde machen alles kaputt, Esel sind sehr anfällig, Kühe muss man nach drei Jahren schlachten und so kamen wir auf Alpakas“, ergänzt Walter Chrubasik. Jetzt, nach fast dreißig Jahren, könnten die beiden Rentner problemlos sagen: „Sie gehören einfach zum Leben dazu.“

Alpakas, ja, die seien pflegeleichter – und freundlich obendrein: Sie bräuchten regelmäßig Futter und Wasser, frisches Heu, ansonsten gäbe es nicht viel zu tun. „Ich bin manchmal die Krankenschwester für die Tiere“, sagt Frau Chrubasik lachend. Sie entwurme die Vierbeiner, lasse sie impfen – und einmal im Jahr müssten sie geschoren werden.

Rund zwei Stunden seien sie täglich damit beschäftigt, den Stall auszumisten, die Tiere zu füttern und die kleinen Dinge zu machen, die drumherum anfallen. „Manche gehen in die Kneipe, andere fahren in den Urlaub. Wir haben unsere Alpakas“, sagt Walter Chrubasik schmunzelnd. Kein Wunder, dass jedes Tier einen Namen hat: Elisa, Gretel oder Felicitas und Daphne. „Ich bin eher für die altdeutschen Namen zuständig, meine Frau mag modernere“, sagt Walter Chrubasik. So gern sie sie auch haben, verkaufen sie jetzt drei einjährige Hengste: „Nur im kleinen Rudel. Denn Alpakas sind nicht gern allein“, sagt Henrike Chrubasik.

Die Familie ist erreichbar unter Tel. 05605/3239. Weitere Infos unter www.alapakas-kaufungerwald.de

Video: Alpaka-Wanderung

Auf einem anderen Alpaka-Hof in Oberwerbe am Edersee haben wir eine Alpaka-Wanderung mitgemacht. 

Video: Therapie mit Alpakas

Die Häusliche Krankenpflege Oberweser bietet Alpaka-Therapie an. Regelmäßig besuchen Mitarbeiter der Einrichtung Altenheime und Rehsbilitationszentren mit den Mini-Kamelen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.