Befürchtungen wegen Koalitionsverhandlungen

CDU verhandelt mit Grünen - Dennoch: A44 steht nicht in Frage

Kaufungen / Helsa / Kassel. In den Koalitionsverhandlungen zwischen CDU und Grünen in Hessen ist der Autobahnabschnitt der A 44 zwischen Kassel und Helsa für Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) nicht verhandelbar.

„Die A 44 wird gebaut, das ist seine Position“, sagte Regierungssprecher Michael Bußer auf HNA-Anfrage. Bouffier zerstreut damit Befürchtungen, die in den vergangenen Tagen in der Region aufgrund seiner Entscheidung für Schwarz-Grün aufgekommen waren. Bürger und Kommunalpolitiker hatten befürchtet, dass der knapp zehn Kilometer lange Streckenabschnitt zwischen der heutigen Anschlussstelle Kassel-Ost der A 7 und Helsa zur Disposition gestellt werden könnte.

Hintergrund ist der seit über zwei Jahrzehnte währende Widerstand der Ökopartei gegen den Weiterbau der Autobahn.

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Der Abschnitt zwischen Kassel und Helsa befindet sich noch im Planungsstadium. Die Befürchtungen, die Autobahn im Bereich Kaufungen und Helsa könne gekippt werden, waren aufgrund von Äußerungen lokaler Vertreter der Grünen Nahrung erhalten.

Am Tag nach dem Parteirat der hessischen Grünen, bei dem es um die Ziele in einem Bündnis mit der CDU ging, hatte die Vorstandssprecherin der Kreis-Grünen, Gudrun Bednarek-Siegfried, eine Überprüfung der Autobahnpläne gefordert. SPD-Chef und Landrat Uwe Schmidt und der Vorsitzende der CDU, Frank Williges, forderten umgehend in Richtung Wiesbaden, dass die Straßenbauprojekte in der Region, darunter auch der Weiterbau der A 49, nicht unter die Räder kommen dürfen.

Unterdessen ist der Zeitpunkt für eine Entscheidung über die von Hessens Verkehrsminister Florian Rentsch (FDP) vorgelegten Trassenpläne für die A 44 im Lossetal noch immer nicht absehbar. Das Bundesverkehrsministerium, das über die Pläne entscheidet, habe „nach wie vor kein grünes Licht gegeben, weil der Dialog mit dem Bundesrechnungshof noch nicht abgeschlossen ist“, sagte der Minister am Donnerstag auf HNA-Anfrage. Will heißen: Es gibt weiterhin Streit über die Kosten für den Streckenabschnitt.

Aufgrund der Kritik der Finanzwächter hatte das Landesverkehrsministerium neue Pläne für die A 44 vorgelegt. Sie sehen unter anderem den Wegfall der parallel verlaufenden Bundesstraße 7 zwischen Oberkaufungen und Helsa vor. In den Anrainergemeinden fürchtet man nun ein Verkehrschaos bei Umleitungen und Baustellen sowie die Verlagerung des regionalen Verkehrs in die engen Ortsdurchfahrten.

Trotz der ausstehenden Entscheidung sollen die Gespräche mit den Bürgermeistern von Kaufungen, Helsa und Niestetal weitergehen, erklärte Rentsch.

Von Peter Ketteritzsch

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