Autobahndreieck bei der Papierfabrik

Bürger liefern Ideen für Anschluss der A44 an die A7

Wichtige Forderung: Vor allem wegen des Schwerlastverkehrs zum Gewerbegebiet Papierfabrik fordern Gemeinde Kaufungen und örtliche Unternehmen, dass bei Kassel-Ost eine Auf- und Abfahrmöglichkeit erhalten bleibt. Unser Foto zeigt die sogenannte Papierfabrik-Kreuzung, die die Autobahn 7 mit der Bundesstraße 7 verbindet. Sie soll laut aktueller Planung wegfallen. Archivfoto:  Ketteritzsch

Kaufungen. Der von Hessen-Mobil geplante Wegfall Auf- und Abfahrt an der A 7-Anschlussstelle Kassel-Ost sorgt seit Monaten in Kaufungen, Kassel, Niestetal und Lohfelden für Kritik.

Die Kommunen befürchten eine Zunahme des Verkehrs durch ihre Ortschaften. Nun meldeten sich zwei HNA-Leser mit eigenen Ideen zu Wort.

Sie haben Varianten entwickelt, wie man die heutige Anschlussstelle bei Kaufungen-Papierfabrik in das neue Autobahndreieck integrieren könnte. Hessen Mobil hatte zuletzt drei Varianten vorgestellt, kam dabei aber zu dem Schluss, dass nur der Bau der sogenannten Vorzugsvariante (Autobahndreieck unter Wegfall der Anschlussstelle Kassel-Ost) realisierbar sei.

Dem widersprechen die beiden Planungen aus Bürgerhand. Sie stammen von Gerald Bauer (Kaufungen) und von Rainer Böhm (Vellmar).

Eine Grafik mit den verschiedenen Varianten des A44-Anschlusses finden Sie hier.

Böhm übt deutliche Kritik an Hessen-Mobil. Die Planungsbehörde habe bei ihrer Varianten-Untersuchung eine Anti-Planung vorgelegt, die nur den Zweck habe, die eigene Vorzugsvariante durchzusetzen. So führe eine der untersuchten Varianten etwa mitten durch das FFH-Gebiet Lossewiesen, was natürlich nicht genehmigungsfähig sei. „Wenn Hessen-Mobil ernsthaft eine Alternativ-Lösung beim Bauherrn erwirken möchte, dann muss es gewollt sein“, schrieb Böhm an die HNA. Er macht die beiden folgenden Vorschläge.

• Dreieck Kassel-Ost mit Raute. 800 Meter von der A 7 wird eine Brücke über die A 44 errichtet und zu beiden Seiten mit einem Kreisel versehen. Das ermöglicht Auf- und Abfahrten in alle Richtungen. Zubringer ist die bestehende B 7. Das FFH-Gebiet Lossewiesen würde nicht berührt, wenn man die A 44 leicht nach Norden verschiebt. Das geplante Gewerbegebiet Heiligenrode-Süd könnte angeschlossen werden.

• Dreieck Kassel-Ost mit Trompete. Diese Variante ist etwas abgespeckt, sie lässt keinen Anschluss von Heiligenrode-Süd zu.

Gerald Bauer aus Kaufungen ist Diplom-Ingenieur für Elektrotechnik. Er hat die folgende Variante mit einem einfachen Grafikprogramm zu Hause entwickelt.

• Dreieck Kassel-Ost mit Ohr. Bauer schlägt den Neubau eines Kreisels auf der B 7 und einer Brücke/Unterführung zur Querung der A 44 vor. Der Verkehr würde aus Kassel oder Kaufungen von der B 7 über den Kreisel in alle Richtungen auf die Autobahn geleitet. Lkw könnten direkt ins Gewerbegebiet Papierfabrik gelangen.

Hessen-Mobil sieht Probleme 

Für den A 44-Projektleiter bei Hessen-Mobil, Ralf Struif, sind die drei Varianten „nicht grundsätzlich neu“, sie seien als „Untervarianten einer direkten Anbindung des Gewerbegebiets Papierfabrik“ bereits untersucht worden, teilte er der HNA auf Anfrage mit. Struif sieht als Planungshindernis vor allem den Konflikt mit dem FFH-Gebiet. Konkreter wollte sich der Chefplaner nicht dazu äußern.

Vorschläge werden Thema 

Das Thema werde in den angekündigten Verhandlungen zwischen Kaufungen und Vertretern des hessischen Verkehrsministeriums eine Rolle spielen, die am 15. Dezember beginnen sollen. „Im Rahmen dieser Arbeitskreise werden auch Alternativvorschläge Dritter zu unserer Planung diskutiert werden“, meint Struif.

Diese und andere Alternativvorschläge von Bürgern würden zunächst am „Runden Tisch Kaufungen“ besprochen und dann gegebenenfalls auch mit dem Verkehrsministerium, sagte Kaufungens Bürgermeister Arnim Roß (SPD) auf Anfrage der HNA.

Von Holger Schindler

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