Erhöhte Chancen auf schnellere Genesung

DRK-Kliniken kümmern sich künftig gemeinsam um ältere Sturzpatienten

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Risiko im Alter: 50 Prozent der über 80-Jährigen, die allein wohnen, stürzen mindestens einmal pro Jahr. Die DRK-Kliniken setzen daher auch auf Vorbeugung. Das Foto wurde gestellt. Archivfoto: dpa

Kaufungen/Kassel. Bislang sieht die Behandlung alter Menschen, die sich bei einem Sturz etwas gebrochen haben, zumeist so aus: Erst werden die Knochenbrüche chirurgisch versorgt, dann werden die betagten Patienten bei Bedarf auf andere Stationen verlegt, um weitere Krankheiten oder Folgen des Sturzes zu behandeln. Die Genesung der Senioren kann sich dadurch verzögern.

Die auf Altersheilkunde spezialisierte DRK-Klinik in Kaufungen und das Rot-Kreuz-Krankenhaus in Kassel wollen künftig gemeinsam dafür sorgen, dass ältere Menschen nach Stürzen schneller wieder auf die Beine kommen. Zu diesem Zweck haben die beiden Häuser jetzt eine enge Zusammenarbeit vereinbart. Durch die Gründung eines „Zentrums für Alterstraumatologie Nordhessen“ sollen Orthopädie und Altersheilkunde eng aufeinander abgestimmt werden. Ziel ist eine optimale Therapieplanung und Betreuung der betagten Patienten.

Diese sollen so gut wie möglich wieder in ihre häusliche und soziale Umgebung eingegliedert werden, sagte Prof. Dr. Werner Konermann. Der Chefarzt der Klinik für Orthopädie, Unfallmedizin und Rehabilitative Medizin am Rot-Kreuz-Krankenhaus Kassel wird das neue Zentrum gemeinsam mit dem seit Anfang 2014 amtierenden Chefarzt der Kaufunger DRK-Klinik, Dr. Jürgen Sasse, leiten. Mit Physiotherapie und gezielten Schulungen soll erreicht werden, dass die Patienten nicht erneut stürzen.

Denn Stürze bringen in höherem Alter die Gefahr erheblicher weiterer Erkrankungen und Komplikationen mit sich. Als Beispiele nennt Dr. Jürgen Sasse Druckgeschwüre, Muskelabbau und Lungenentzündung. Vielfach erkrankte Patienten könnten im schlimmsten Fall pflegebedürftig werden.

In dem Zentrum, für das im März dieses Jahres das Zertifizierungsverfahren bei der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie begonnen hat, werden die Patienten laut Konermann von Unfallchirurgen, Fachärzten für Altersheilkunde, Physiotherapeuten und speziell ausgebildeten Pflegekräften betreut. In Kassel werden die verunglückten Senioren unfallchirurgisch behandelt, die Klinik in Kaufungen übernimmt den internistischen und altersheilkundlichen Teil. Einmal wöchentlich werden sich Chirurgen und Altersheilkundler künftig zu einer Konferenz treffen, zwei Mal pro Woche wird es eine gemeinsame Visite geben.

Von Peter Ketteritzsch

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