Eigentlich war nur ein Kabel falsch angeschlossen: Telekom wollte Straße aufreißen

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Michael Appel zeigt auf das Kabel, das in der falschen Buchse war (klickem zum Vergrößern)

Kaufungen. Im Dezember ist die Tochter von Michael Appel in das Wohnheim der Baunataler Diakonie Kassel (BDKS) in Kaufungen gezogen. Was natürlich nicht fehlen durfte: Internet. Doch das bereitete dem Familienvater wochenlang Ärger.

Aktualisiert am Montag, 13. Februar, um 13.05 Uhr

Sogar die Straße habe die Telekom zwischenzeitlich aufreißen wollen, weil angeblich ein Kabel kaputt war. Am Ende stellte sich heraus: Der erste Techniker, der vor Ort war, hat ein Kabel in die falsche Buchse gesteckt.

Im Dezember hatte Appel die Telekom kontaktiert, um einen Internetanschluss zu ordern. Mitte Januar sollte der Techniker kommen. Der habe alles nötige im Zimmer der Tochter aufgebaut und gesagt, dass das blaue Kabel in die blaue Buchse gehöre. Im Keller habe der Telekom-Mitarbeiter dann noch mit der Haustechnik der BDKS zusammen gearbeitet, doch eine Wlan-Verbindung war nach Stunden immer noch nicht hergestellt.

Rechnung angekündigt

„Bei einem Anruf der Störungsstelle wurde mir dann gesagt, dass ein Kabel in der Straße kaputt sein muss“, berichtet Appel. Ein Suchtrupp solle losgeschickt werden. Gleichzeitig wurde der nächste Besuch eines Technikers angekündigt.

Stundenlang habe Appel an diesem Tag gewartet – bis abends, nach einem Anruf bei der Störungsstelle, klar war, dass der Techniker krank war und nicht kommen würde. Abgesagt wurde auch der nächste vereinbarte Termin, sagt Appel. Auch an diesem Tag hatte sich der Familienvater eigens Urlaub genommen. Schließlich rief er die Beschwerdestelle in Bonn an, die auch Verständnis gehabt hätten, sagt Appel.

Bis alles endgültig geklärt sei, wolle man für die Tochter einen Internetstick schicken, wurde ihm versprochen. Der kam jedoch nie an, stattdessen aber eine SIM-Karte für ein Handy. Wieder rief Michael Appel die Telekom an und wartete auf einen Rückruf. Zu guter Letzt sei ein weiterer Techniker nach Kaufungen gekommen. „Der hat schnell festgestellt, dass das blaue Kabel falsch angebracht war. Das war’s, seitdem funktioniert es,“ sagt Appel.

Die Bilanz für ihn: Mehrere Tage musste er Urlaub nehmen, Stunden hing er am Telefon, die meiste Zeit davon in der Warteschleife – und nun habe die Telekom auch noch eine Rechnung für das Hin und Her angekündigt, berichtet er.

Die Telekom hat sich trotz mehrfacher Anfragen der HNA bis zum Redaktionsschluss am Freitagabend nicht zu dem Fall von Michael Appel geäußert.

Mittlerweile äußerte sich die Telekom zu dem Fall. "Der Fehler lag auf unserer Seite, da der Router fehlerhaft verkabelt wurde", sagte Andre Staudt von der Pressestelle. "Der Fall wurde im Beschwerdemanagement bereits bearbeitet und dem Kunden wurde die Ausfallzeit und die Technikerkosten erstattet." Man bedauere die Unannehmlichkeiten für den Kunden.

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