Erfolgreiche Erfinder bestaunt

Viele Neugierige beim Hoffest in Niederkaufungen: Einblicke in die Kommune

Auch moderne Technik hat in der Kommune ihren Platz: Marek Senicky (rechts) erklärt Judith Königes, Jürgen Brauner, Jos Rausch und Johanna Röh seinen selbstgebauten Schredder. Fotos: Dilling

Kaufungen. Warum kaputte Kunststoffgriffe, ausgediente Gegenstände aus anderen Materialien oder missratene Formen aus dem 3-D-Drucker einfach wegwerfen und nichts Neues daraus machen? Diese Frage war für Marek Senicky der Ausgangspunkt für seine Erfolgsgeschichte.

Der Kommunarde der Kommune Niederkaufungen baut spezielle Schredder für viele Zwecke. Das kleingehäckselte Material kann man beispielsweise in 3-D-Druckern zum Schaffen neuer Gegenstände einsetzen. Damit habe er bereits auf der Erfindermesse in Rom einen Preis gewonnen. Er habe mehr Aufträge, vor allem aus dem Ausland, als er bewältigen könne, sagt Senicky.

Die Werkstatt des Erfinders war wohl eine der spektakulärsten Stationen für die Besucher während der Führungen beim Hoffest der Kommune am Samstag und ein Beweis für den großen Ideenreichtum der Kommunarden. Doch viele Gäste interessieren sich noch mehr dafür, wie das Zusammenleben funktioniert, wenn man in einer Gemeinschaft von derzeit etwa 85 Erwachsenen und Kindern zusammen wohnt, zusammen isst, gemeinsam alles entscheidet und auch Probleme und die Finanzen teilt.

Uli Barth

Johanna Röh aus Osnabrück wollte es genauer wissen. Eine Woche hat sie probeweise in der Kommune gelebt. Sie sei vorher als Handwerkerin vier Jahre auf Wanderschaft gewesen und habe dabei viele Lebensentwürfe kennengelernt, sagt die 26-Jährige, die kurz vor ihrer Meisterprüfung steht. „Viele gehen zur Arbeit, kommen dann nach Hause ins private Heim und sind doch nicht glücklich“, meint sie. Dieser Alltag, der Beruf und Privatleben scharf trenne, sei nichts für sie.

Die Woche in der Kommune habe ihr sehr gut gefallen. Vielleicht werde sie bleiben, wenn die Kommunarden noch eine Tischlerin gebrauchen können.

Viele seien neugierig darauf, das Kommuneleben näher kennenzulernen, sagt Uli Barth, Gründungsmitglied der Kommune. Allein in den vergangenen zwei Monaten hätten neun Interessierte eine Probewoche absolviert. Dennoch ist die Zahl der Kommunarden in den letzten Jahren im Wesentlichen unverändert geblieben. Das liegt wohl daran, dass das Leben in der Kommune oft ein Experiment auf Zeit ist. Der Zeitgeist, der schnelle Wechsel von Lebensentwürfen, gehe an ihr nicht spurlos vorbei, sagt Barth: „Lebenssituationen ändern sich“.

Von Peter Dilling

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