A 44-Gespräche zwischen Kommunen und Land

Einigkeit herrscht nur über Erhalt der B 7-Trasse

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Soll erhalten bleiben: Die Trasse der B  7 bei Oberkaufungen. Das letzte Wort hat allerdings der Bund.

Kaufungen/Kassel. Die Verhandlungen zwischen dem Land Hessen und den Anrainerkommunen zur A44-Trassenführung im unteren Lossetal haben zu einem ersten Ergebnis geführt.

Laut Kaufungens Bürgermeister Arnim Roß (SPD) besteht Einigkeit darüber, dass die B7 erhalten werden und - zur Kreisstraße umgewidmet - künftig als Umleitungsstrecke für die A44 dienen soll.

Dies war eine der zentralen Forderungen des Runden Tischs Kaufungen, in dem sich die örtlichen Parteien und Vertreter von Bürgerinitiativen zusammengeschlossen haben.

Arnim Roß

„Wenn die B7 als Kreisstraße erhalten bleibt, wird Kaufungen von Umleitungsverkehr verschont“, teilte Roß der HNA mit. „Das ist ein erster großer Erfolg des Dialogprozesses“, so kommentierte der Bürgermeister das Ergebnis des jüngsten Treffens der sogenannten Lenkungsgruppe in Kaufungen.

Der Vorschlag soll nun von der Verkehrsbehörde Hessen Mobil in die Trassenplanung aufgenommen werden. Wenn alle Änderungsvorschläge eingearbeitet sind, wird Hessen Mobil die geänderte Planung dem Bundesverkehrsministerium zur Genehmigung vorlegen. Erst wenn Berlin zustimmt, wird sie auch wirksam.

Derzeit arbeitet Hessen Mobil noch an einer neuen Verkehrsprognose für die A44, sie soll bis Oktober vorgelegt werden. Aufgrund dieser Daten soll anschließend ein aktualisiertes Lärmschutz- und Luftschadstoff-Gutachten erarbeitet werden.

Weiter kein Konsens besteht zwischen Land und Kommunen über die Anschlussstelle Kassel-Ost. Alle beteiligten Kommunen - Kaufungen, Niestetal, Lohfelden, Helsa und die Stadt Kassel - halten die sogenannte Böhm-Variante für umsetzbar. Bei Hessen Mobil meint man jedoch, sie sei zwar technisch möglich, aber wegen Beeinträchtigung des Ameisenbläulings im FFH-Gebiet Lossewiesen naturschutzrechtlich nicht genehmigungsfähig.

Die Böhm-Variante sieht am künftigen Autobahndreieck Kassel-Ost eine Anschlussstelle etwa in Höhe von Papierfabrik vor. Die Kommunen fordern nun eine vertiefte Verträglichkeitsprüfung der Variante in Bezug auf den Ameisenbläuling. In der Lenkungsgruppe einigte man sich laut Roß darauf, die Vor- und Nachteile der zurzeit diskutierten Varianten für Kassel-Ost transparent darzustellen, „um die beste Lösung herauszufinden“.

Weiter strittig ist auch die Lärmschutzforderung der Naturschützer nach einer Einhausung (Trasse in einer Senke und zusätzlich Überdachung) der A44 bei Kaufungen. Für den 2,2 Kilometer langen Bereich würde dies laut Hessen Mobil 55 bis 60 Mio. Euro kosten - zu teuer, findet das Land.

H-Trasse abgelehnt

Auch die sogenannte H-Trasse, die von der Bürgerinitiative Pro A 44 und der Kaufunger Wählergemeinschaft gefordert wird (von Oberkaufungen durch die Söhre zum Kreuz Kassel-Süd) lehnt das Land ab. Beide Themen sollen in den Arbeitsgruppen weiter behandelt werden. 

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