Klimaschonende Technologie 

Familie in Kaufungen spart mit Brennstoffzellen-Heizung Energie und Geld 

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Auch für die Installateure eine Premiere: Die Heizungsbauer Frank-Jochen (links) und Norman-Sebastian Thiele haben zum ersten Mal im Kundenauftrag eine Brennstoffzellen-Heizung in den Keller eines Privathauses gebaut. Sie erkennen darin eine klimaschonende Energietechnik der Zukunft. Mit Erdgas betriebene Brennstoffzellen sind auf dem Markt noch nicht lange zu haben.

Kaufungen. Die Brennstoffzellen-Heizung gilt als eine zukunftsweisende Technologie. Im Keller eines privaten Einfamilienhauses in Kaufungen wurde jetzt eine in Betrieb genommen.

Das Gerät ist brandneu, hübsch mit Blech verkleidet und groß wie ein zweitüriger Kleiderschrank.

Die Anlage ist besonders klimaschonend, weil sie bei gleicher Energieausbeute nur halb soviel Ressourcen – in diesem Fall Erdgas – verbraucht wie beim herkömmlichen Heizen. Hinzu kommt: Sie produziert nicht nur Wärme für warme Zimmer und warmes Wasser, sie erzeugt auch Strom. Der Clou dabei ist, dass Brennstoffzellen-Heizungen ziemlich genau so viel Strom und Wärme produzieren, wie ein Einfamilienhaus auch benötigt.

Rund 30 000 Euro hat das Ehepaar, das nahe des Steinertseeparks in Kaufungen lebt, in die neue Technik investiert. 11 000 Euro erhielten sie dafür von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) im Rahmen einer Förderung für Energiesanierung. In den Keller eingebaut hat die Anlage dann der Staufenberger Heizungsbauer Frank-Jochen Thiele.

„Zuvor wurde hier mit Nachtspeicheröfen, also mit Strom, geheizt“, sagt Thiele. Wenn die liefen, stand der Stromzähler nicht mehr still. Stromrechnungen in Höhe von 500 Euro pro Monat seien in der Heizperiode durchaus normal gewesen. „Damit ist jetzt Schluss“, sagt Thiele. Fortan flattere den Eheleuten nur noch eine Gasrechnung in Höhe von etwa 100 bis 140 Euro pro Monat ins Haus.

Und darin sei alles enthalten: Heizung, Warmwasser – und Strom. Denn Brennstoffzellen-Heizgeräte arbeiten völlig anders als konventionelle Anlagen. Das Erdgas wird in einer Brennstoffzelle nicht einfach nur verbrannt, um damit Wasser zu erhitzen. Das Erdgas wird in einem chemischen Prozess aufgespalten (Reformer), wobei Wasserstoff entsteht, der dann in der Brennstoffzelle „sanft“ verbrannt wird (kalte Verbrennung) und auf diese Weise Wärme und Strom produziert. „Dieses Verfahren sorgt dafür, dass fast alles, was an Energie im Erdgas gespeichert ist, auch wirklich genutzt wird“, sagt Thiele, der selbst zum ersten Mal solch eine Anklage im Kundenauftrag aufgebaut hat. Der Wirkungsgrad liege bei 98 Prozent.

Der klimaschädliche Kohlendioxid-Ausstoß bleibt dabei freilich der gleiche wie auch bei gewöhnlichen Gasbrennern. „Doch ist bei einem Gasbrenner noch längst kein Strom erzeugt“, sagt Thiele. Der müsse immer noch bezogen werden. Der Nachteil dabei: Strom wird in Deutschland nach wie vor zu über 50 Prozent in Kraftwerken über die klimaschädliche Verbrennung fossiler Energieträger wie Kohle und Gas erzeugt.

Dieser Strom ist gerade deshalb so klimaschädlich, weil er hochgradig ineffizient erzeugt wird. Tatsächlich liegt der Wirkungsgrad eines Braunkohlekraftwerkes bei nur 35 Prozent. Das bedeutet, dass 65 Prozent der in der Kohle enthaltenen Energie als Abwärme ungenutzt verloren gehen. „Die Klimaverträglichkeit einer Brennstoffzellen-Heizung liegt also darin begründet, dass man in der Bilanz keinen ineffizient produzierten Strom mehr zukaufen muss, sondern ihn effizient selbst erzeugt“, sagt Thiele.

Das Kaufunger Ehepaar ist „absolut zufrieden“ mit der Entscheidung, sich eine Brennstoffzellen-Heizung angeschafft zu haben. „Sicher wird sich unsere Investition erst in vielen Jahren amortisiert haben“, sagen die beiden. „Doch haben wir damit schon jetzt den Wert unseres Hauses ungemein gesteigert“.

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