Sturm Burglind war der Auslöser

Regenrückhaltebecken lief plötzlich aus: Flutwelle rollte durch Kaufungen - Videos

Kaufungen. Wegen des starken Regens ist am Mittwoch in Kaufungen ein Regenrückhaltebecken plötzlich ausgelaufen. Die Wasser- und Schlammmassen rollten als Flutwelle durch den Ort und rissen Autos mit sich.

Alles ging rasend schnell. Es war kurz vor 11 Uhr – eben noch hatte sich ein Gewitter über Kaufungen entladen –, als plötzlich eine Flutwelle aus Wasser und Matsch die Dautenbachstraße in Oberkaufungen hinunterrollte. Mindestens sechs Autos wurden mitgerissen, Mülltonnen und Gartengeräte gleich mit.

Zweites Video der Flutwelle

In einem Stall standen Pferde bis zum Bauch in den Fluten, mindestens sechs Keller liefen voll, in einem Garten an der Straße Neuer Weg brach selbst eine massive Betonmauer um. 

Weiter unterhalb, in Höhe der „Kiewe-Gasse“ (Hexenberg), wurde ein Auto von der Straße gut 30 Meter weit in einen Garten gespült. Es musste später von der Feuerwehr mit Drahtseilen und einer Balkenkonstruktion gesichert werden, um nicht vollends in den Dautenbach zu rutschen. Menschen kamen nicht zu Schaden. 

„Tatsächlich kann von einer richtigen Flutwelle gesprochen werden“, sagt Benjamin Tornow, Gemeindebrandinspektor der Feuerwehr Kaufungen. Ursache war offenbar ein verstopftes Regenrückhaltebecken für den Dautenbach südlich der B7. „Nach den Regenfällen war es mit weit über 100.000 Litern Wasser vollgelaufen“, schildert Tornow. Der hohe Wasserdruck habe dann die Verstopfung im Abflussrohr gelöst, woraufhin sämtliches Wasser in einem Schwall aus dem Rückhaltebecken herausgeflossen sei. „Das war so, als hätte man in einer Badewanne den Stöpsel gezogen“, sagt der Gemeindebrandinspektor. 

Zunächst habe der Dautenbach, ein Zufluss der Losse, die Wassermassen noch auffangen können. „Doch dann haben Schlamm und Unrat die Rohre des in Teilen unterirdisch verbauten Dautenbaches verstopft“, sagt Tornow. Das habe dann Stauungen und schließlich den oberirdischen Abfluss der Wassermassen über die Straßen ausgelöst. 

Bereits kurz nach 11 Uhr waren 58 Wehrleute vor Ort, um Schlimmeres zu verhindern – darunter auch Kräfte aus Helsa. Die große Pegelspitze war zu diesem Zeitpunkt allerdings schon durch. „Die meisten Schäden wurden innerhalb der ersten zehn bis 15 Minuten angerichtet“, berichten Anwohner. Geistesgegenwärtig hatten sie ihre Handys gezückt und Videos und Fotos gemacht. 

Das ganze Spektakel dauerte etwa zwei Stunden. „Normalerweise ist der Dautenbach nur ein kleines Rinnsal“, hieß es. Nun stellen Anwohner sich die Frage, wer für wer für den Schaden aufkommen soll. Anwohner berichteten, der mangelhafte Zustand des Regenrückhaltebeckens sei schon oft beklagt worden.

Hier alles zum Sturm in der Region.

Flutwelle rollte durch Kaufungen - Folge des Sturms Burglind

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