Mittlerweile 168 Mitglieder

Förderverein der Kaufunger Stiftskirche ist 15: „Kunigunde wäre zufrieden"

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Regelmäßige Besucher in der Stiftskirche: Peter Schwarze und Dekanin Carmen Jelinek sind mit dem Ergebnis der Sanierung und vor allem mit dem neuen Sandsteinbelag des Gotteshauses zufrieden. Die Wandmalereien (links) und (rechts) erhalten noch einen konservierenden Überzug.

Kaufungen. Die Kaufunger Stiftskirche wird am 17. Juni nach der Sanierung eingeweiht. Der Förderverein ist damit am Ziel, auf das er seit seiner Gründung vor 15 Jahren hingearbeitet hat.

Mehr als eine Million Euro hat der heute 168 Mitglieder zählende Verein in dieser Zeit eingeworben und durch zahlreiche Aktionen erwirtschaftet und damit auch die Geldgeber der öffentlichen Hand beeindruckt. 

Das war wichtig, denn häufiger musste die Kirchengemeinde Kaufungen als Bauherr um jeden neuen Zuschuss für die vor fast 1000 Jahren von Kaiserin Kunigunde gestiftete „Kirche Zum Heiligen Kreuz“ kämpfen. „Wir sind stolz auf das Erreichte. Ich glaube, Kunigunde wäre zufrieden mit uns“, sagt Peter Schwarze.

Er gehört mit Dekanin Carmen Jelinek, der Vorsitzenden des Fördervereins, und dem Kirchenvorstandsmitglied Silke Does zu den noch aktiven Gründungsmitgliedern. Mit etwa 80 Freiwilligen ging der Verein vor 15 Jahren an den Start. „Uns war bewusst, dass wir an der Kirche etwas machen mussten. Die Generationen vor uns hatten sich dieser Aufgabe auch gestellt“, sagt Jelinek.

Doch die Ausgangslage war prekär. Der Eigentümer des Gotteshauses, die Althessische Ritterschaft, habe signalisiert, dass sie nur wenig Geld hat. Schwarze nennt außer dem Sanierungsbedarf ein für den Verein gleichermaßen wichtiges Motiv: Man habe für die geistliche und kulturhistorische Bedeutung der Kirche werben wollen. „Vielen war damals gar nicht bewusst, welches Kleinod wir hier in Kaufungen haben“, sagt Schwarze.

Noch viele Wochen Baustelle: Die Stiftskirche soll am 17. Juni mit einem Konzert wiedereröffnet werden. 

Das hat sich gründlich geändert. Der Förderverein hat die Kirche durch viele erfolgreiche Aktionen immer wieder ins Gespräch gebracht. Einige davon sind zu einer Institution geworden, die den Abschluss der Sanierung überdauern werden. 

Dazu zählt der seit 2005 jährlich vom Förderverein aufgelegte Adventskalender und natürlich die ebenfalls 2005 erstmals ausgerichtete Stiftsweihnacht, die zu einem der wohl größten und schönsten Weihnachtsmärkte der Region geworden ist. „Für dieses Jahr sind die Stände schon jetzt komplett belegt“, sagt Schwarze. 200 Freiwillige sind allein bei der Stiftsweihnacht im Einsatz. „Als Vorsitzender des Bergfreiheiter Bürgervereins ist Peter Schwarze der Dreh- und Angelpunkt“, sagt Jelinek.

„Der Verein ist der Motor der Kirchensanierung gewesen“, erklärt die Dekanin rückblickend. Er habe vieles Wünschenswertes ermöglicht, was mit öffentlichen Zuschüssen allein nicht umzusetzen gewesen wäre. Dazu zählt unter anderem die Restaurierung der Wilhelm-Orgel, die Wiederherstellung des ursprünglichen Kirchenportals oder die Freilegung des Raums unter der Kaiserempore.

Hintergrund: Aktionen von A bis Z

In 15 Jahren hat der Förderverein 50 Aktionen gestartet, vom Adventskalender bis zum Zettelblock mit dem Motiv der Heiligen Drei Könige. Allein mit dem Kalender, der von örtlichen Künstlern gestaltet wird, hat der Verein 100 000 Euro eingenommen. Die Stiftsweihnacht erbrachte im gleichen Zeitraum sogar 200 000 Euro. „Viele Menschen haben ihre Begabungen eingebracht“, sagt Carmen Jelinek vom Förderverein. 

Dem Verein sei es immer wichtig, dass die Menschen für ihre Spende auch etwas zurückbekommen. Letzte spektakuläre Aktion war das Kirchen-Café, bei dem sich 400 Freunde und Sponsoren der Stiftskirche zu einer langen Kaffeetafel, Lesungen und Musik auf der Baustelle des Kirchenschiffs trafen. Auf diese Aktion habe sie viele positive Rückmeldungen erhalten, berichtet Jelinek. 

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