Wunsch von BI Pro A 44 und KWG

Forderung: A44 an Stiftswald und Söhre entlang zum Kasseler Kreuz

Kaufungen/Helsa/Kassel. Mitten in den Verhandlungen zwischen den Anrainerkommunen und dem Land Hessen über die A 44 im unteren Lossetal unterbreiten die Bürgerinitiative Pro A 44 und die Kaufunger Wählergemeinschaft (KWG) einen neuen Trassenvorschlag:

Video: Die künftige Trasse aus der Luft

Wegen aus ihrer Sicht „nicht lösbarer Schwierigkeiten“ bei dem vorgesehenen Trassenverlauf zwischen der A7-Anschlussstelle Kassel-Ost und Helsa fordern Dr. Wolfram Glaß (BI) und Klaus Höfgen (KWG), die A 44 stattdessen ab der Kunstmühle bei Oberkaufungen entlang des Stiftswaldes und der Söhre zum Kasseler Kreuz zu führen.

Sie schlagen vor, die Autobahn östlich der Fulda direkt an die geplante neue Brücke bei Bergshausen anzubinden. Wie berichtet, untersucht Hessen Mobil gegenwärtig zwei Standorte für einen Brückenneubau.

In einem Brief an Hessens Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) und den für die Überprüfung der Baukosten zuständigen Bundesrechnungshof legen Glaß und Höfgen die vermeintlichen Vorteile der sogenannten H-Trasse dar.

Länge: Weil die A 7 als Bindeglied für den A 44-Verkehr zwischen dem Kasseler Kreuz und Kassel-Ost entfällt, falle die Autobahn rund acht Kilometer kürzer aus.

• Kosten: Nach den Berechnungen von Glaß und Höfgen wäre die H-Trasse rund 184 Millionen Euro billiger als die aktuell vom Land vorgesehene Variante.

• Wegfall A 7-Anschluss Kassel-Ost: Der viel kritisierte Wegfall der Anschlussstelle Kassel-Ost wäre vom Tisch. Das Gewerbegebiet Kaufungen-Papierfabrik wäre weiterhin direkt über die A 7 zu erreichen.

• Lärm und Schadstoffe: Das Immissionsproblem wäre nach Einschätzung von Glaß und Höfgen für Kaufungen gelöst. Zu den Auswirkungen von Abgasen und Lärm auf die Menschen in Vollmarshausen und Wellerode machen beide keine Aussagen.

• Naturschutz: Flora und Fauna zwischen Niederkaufungen und Papierfabrik würden nach Auffassung der beiden langjährigen Gegner einer Lossetal-Lösung durch die H-Trasse geschont, da das FFH-Gebiet nicht angetastet werde.

Die Initiatoren des Trassenvorschlags räumen in ihrem Brief an den Verkehrsminister und den Bundesrechnungshof zwar ein, dass eine „vertiefende Prüfung“ der neuen Variante zu weiteren Verzögerungen bei der inzwischen ein Vierteljahrhundert dauernden A 44-Planung führen wird. Nach der Überzeugung von Glaß und Höfgen dürfen „ein oder zwei Jahre“ aber keine Rolle spielen, „wenn für die Menschen, die Natur als auch für den Verkehr, eingeschlossen die Steuerzahler, die beste Lösung gefunden werden kann“.

Das sagt das Ministerium

Das hessische Verkehrsministerium verwies auf HNA-Anfrage darauf, dass die H-Trasse als eine mögliche Alternative bereits untersucht wurde. Aus der Gesamtbewertung aller Lösungsvarianten sei dann die heutige Linienführung entwickelt worden, sagte Ministeriumssprecherin Irene Lange. „Eine Änderung der Linienführung würde nach sich ziehen, dass die Planung wieder von Beginn an aufgerollt werden müsste.“ Jede Trassenvariante zeichne sich durch „unterschiedliche Wirkungen, Vor- und Nachteile“ aus.

Die Trassenführung im Lossetal entspreche dem Gedanken, „bestehende Verkehrswege möglichst zu bündeln und bisher unzerschnittene Landschaftsräume zu verschonen“, so die Sprecherin. Die Planung des letzten noch offenen A 44-Abschnitts solle „im Dialog mit den Menschen beendet werden“.

Hintergrund: A 44: Kommunen und Land verhandeln

Bis Anfang 2016 verhandeln Land und Anrainerkommunen über die Planung für die A 44 zwischen Kassel und Helsa. An den Gesprächen sind auch Vertreter von Bürgerinitiativen, Umweltverbänden, Land- und Forstwirtschaft sowie des Ritterschaftlichen Stifts als Eigentümer des Stiftswaldes beteiligt. Das Ergebnis der Gespräche soll dann in die Planung eingearbeitet und diese dem Bundesverkehrsministerium erneut vorgelegt werden.

Die wichtigsten Forderungen der Kommunen Kaufungen, Helsa, Kassel, Lohfelden und Niestetal sind der Schutz vor Lärm und Abgasen, der Erhalt der Bundesstraße 7 zwischen Oberkaufungen und Helsa als A 44-Umleitungsstrecke und der Fortbestand der Anschlussstelle Kassel-Ost. Die nächste Sitzung findet am 15. Juni statt.

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