Ministerium prüft Wirtschaftlichkeit des Gefängnisses

Frauenknast Kaufungen: 18 Mitarbeiter für drei Gefangene

Kassel/Kaufungen. Überfüllte Gefängnisse haben schon oft für Schlagzeilen gesorgt. In der Haftanstalt in Kaufungen ist es genau andersherum: Dort wird die Leere langsam zum Problem.

Derzeit sitzen dort nur noch drei Frauen ihre Haftstrafen ab. Platz hätten 33 Gefangene. René Brosius-Linke, Sprecher im Justizministerium, bestätigt, dass das Frauengefängnis in Kaufungen, eine Zweigstelle der Justizvollzugsanstalt Kassel I, derzeit nur mit drei Gefangenen belegt ist, für die 18 Mitarbeiter in drei Schichten zuständig sind.

Eine solch niedrige Belegung habe es zuvor noch nie gegeben, sagt der Ministeriumssprecher. Bis zum 18. Februar hätten hier noch sechs Frauen gesessen.

Allerdings könne man aufgrund der niedrigen Belegungszahl nicht sofort reagieren, indem man das Gefängnis schließe. "Gefangenenzahlen können erfahrungsgemäß erheblichen Schwankungen unterliegen", so der Sprecher.

Andererseits müsse das Land auch die Wirtschaftlichkeit im Blick haben, natürlich unter Berücksichtigung der Gegebenheiten im gesamten hessischen Vollzug. "Dies geschieht zur Zeit im Rahmen einer Arbeitsgruppe, die ihre Ergebnisse im Hinblick auf die Haushaltsberatungen für das Jahr 2016 vorlegen soll."

Am Ende könnte das Land auch zum Ergebnis kommen, dass Frauengefängnis in Kaufungen zu schließen. Außer in Kaufungen gibt es in Hessen noch in Frankfurt eine Haftanstalt für Frauen. In der JVA Preungesheim gibt es 350 Haftplätze.

Insgesamt sei die Zahl der Inhaftierten in Hessen rückläufig, so Brosius-Linke: Anfang des Jahres waren es noch 4700, mittlerweile nur noch 4350 Gefangene. Das Ministerium führt diese Entwicklung auch auf den demografischen Wandel (Ältere werden seltener straffällig) und auf die gute wirtschaftliche Lage zurück. Pro Jahr gebe das Land Hessen 216 Millionen Euro für den Strafvollzug aus.

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

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