Für Rollstuhlfahrer, Stadtwerke und Bundespolizisten

Kaufunger Firma baut Transporter individuell um

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Die Ausbauprofis: Samuel Wendel (links) und Schwiegervater Herbert Wendel (rechts) führen die Geschäfte der FES Innovations GmbH in Kaufungen. In der Mitte ist Denis Hadzic zu sehen, der den abgebildeten Transporter ausbaut. Fotos: Malmus

Kaufungen/Kassel. Die FES GmbH beliefert Kunden mit speziellen umgebauten Transportern. Handwerker, Behörden, soziale Einrichtungen und Stadtwerke setzte auf die Produkte aus Kaufungen

Dennis Hadzic werkelt geschäftig im Innern des dunklen Transporters. Links und rechts baut er zahlreiche stabile Fächer aus Metall ein und zieht jede Menge Strippen. Wenn der Ausbau abgeschlossen ist, wird das künftige Einsatzleitfahrzeug – vollgepfropft mit Elektronik– seinen Dienst bei der Bundespolizei versehen.

Ein paar Meter weiter arbeitet Lucas Dörfler an einer Rollstuhlrampe, weitere Kollegen machen sich in der modernen Werkstatthalle an zwei kleinen Kastenwagen für ein Stadtwerk sowie an einem großen Transporter für einen Fensterbauer zu schaffen. Die Vielseitigkeit einerseits und die Spezialisierung auf den Ausbau von Transportern jeder Größe andererseits ist der Grund für den Erfolg der FES Innovations GmbH in Kaufungen.

850 Fahrzeuge baut der 20-Mann-Betrieb im Jahr um. Damit gehört der Betrieb bundesweit zu den Großen der Branche. Die Kunden – Handwerker, Händler, Industrie-Unternehmen, Logistiker, Dienstleister, Behindertenwerkstätten, Taxi-Betriebe, der ADAC, Behörden und Institutionen – kommen aus dem gesamten Bundesgebiet und vereinzelt auch aus Nachbarländern.

Firmenchef ist Samuel Wendel (40), der den Betrieb 2003 in Niestetal gegründet hat und ihn heute gemeinsam mit Schwiegervater Herbert Wendel (57) führt.

Rollstuhlfahrzeug: Lucas Dörfler baut diesen Transporter für Behindertenfahrten um.

Vor vier Jahren ist der junge, auf Karosserie- und Fahrzeugbau spezialisierte Metallbaumeister und Schweißfachmann mit seinem Betrieb in den eigenen Neubau nach Kaufungen-Papierfabrik gezogen, der mittlerweile aus allen Nähten platzt. Deshalb entsteht zurzeit eine neue Halle für das Lager, damit die Produktion weiter wachsen kann. „Das Geschäft läuft gut, und unser Kundenstamm wächst“, sagt Wendel. Umsatzzahlen mag er aber nicht nennen.

Die Fahrzeuge kommen vielfach direkt aus den Werken nach Kaufungen und werden nach dem Ausbau entweder an den Kunden oder an das zuständige Autohaus übergeben. Außerdem handelt FES mit selbst hergestellten Ausbaukomponenten wie Lastenträgern, Entlüftungen, Trennwänden und speziellen Ladesicherungssystemen, die der Juniorchef entwickelt und zum Teil hat patentieren lassen.

Eine Serienfertigung gibt es aber nicht. „Jedes Fahrzeug ist individuell auf die Bedürfnisse des Kunden zugeschnitten“, erklärt Herbert Wendel, der den Vertrieb verantwortet.

Als besonders anspruchsvoll beschreibt er ein Fahrzeug für einen schweren, ferngesteuerten Roboter zur Bombenentschärfung für die Bundespolizei. Es brauchte eine spezielle Ladesicherung und eine Rampe, damit das teure Gerät beim Transport keinen Schaden nimmt und bequem heraus- und hereingefahren werden kann.

Besonders aufwändig war auch der Ausbau eines Vermessungsfahrzeugs, das zahlreiche sensible Geräte aufnehmen muss, und eines Reperaturwagens für ein Bauunternehmen. Die rollende Werkstatt muss alles an Bord haben, um defekte Baumaschinen vor Ort wieder in Gang bringen zu können.

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