Neu gestalteter Brauplatz in Kaufungen wird zugeparkt

Mit Autos zugestellt: Der umgestaltete Brauplatz im Fachwerk-Ortskern von Oberkaufungen. Foto: Wohlgehagen

Kaufungen. Seit seiner Umgestaltung sieht der Brauplatz in Oberkaufungen zwar schön aus, dafür gibt es nun ein neues Problem: Der Platz wird immer wieder zugeparkt.

Bis zu seiner Umgestaltung im Jahr 2013 fristete der Brauplatz im alten Ortskern von Oberkaufungen ein Schattendasein: Auf der Schotterfläche, die jeweils ungefähr zur Hälfte der Gemeinde und dem Fleischermeister Gerhard Reichel gehörte, parkten Autos und es sah insgesamt ziemlich trostlos aus.

Gut ein Jahr nach dem Kauf des Reichel-Areals und der Umgestaltung zu einem Dorfplatz (Kosten: 110.000 Euro) mit hübschem Pflaster und Bäumen sorgt das Areal erneut für Kritik: Anwohner und Passanten stören sich an der Tatsache, dass der Brauplatz seit geraumer Zeit als Abstellfläche für Autos zweckentfremdet wird.

Nicht attraktiv

Der „schöne neue Platz“ sei ständig mit Autos zugestellt, so sei das nicht gedacht gewesen, sagte eine Anwohnerin Anfang der Woche beim Baustart für das Behindertenwohnheim der Baunataler Diakonie Kassel, das auf dem Gelände der früheren Fleischerei Reichel entsteht. Recherchen der HNA vor Ort bestätigen die Beobachtung: Der Brauplatz ist praktisch ständig zugeparkt. Von einer Nutzung als Parkplatz in der Zeit zwischen den Veranstaltungen sei nie die Rede gewesen, das mache den Ortskern nicht attraktiver, monieren die Kritiker.

Für Dorffeste und Märkte

Die Gemeinde hatte - finanziell unterstützt durch das Land Hessen - den Platz für Veranstaltungen, insbesondere Dorffeste und Märkte umgebaut, um den Ortskern zu beleben. Seine Premiere als Veranstaltungsort erlebte der Brauplatz 2014 mit einem Ostermarkt. Seither haben dort bereits mehrere Veranstaltungen stattgefunden.

Arnim Roß

Die Gemeinde Kaufungen will erst einmal abwarten: „Parken ist dort nicht verboten“, sagte Bürgermeister Arnim Roß (SPD) auf HNA-Anfrage. Er räumte ein, dass es in der Nähe der Geschäfte an der Leipziger Straße Bedarf an Stellplätzen für Autos gibt. Diesem Interesse stehe der berechtigte Wunsch nach mehr Aufenthaltsqualität im Bereich des alten Dorfkerns entgegen, so der Rathauschef. Die Situation am Brauplatz sei Thema im Gemeindevorstand, sagte Roß. In dem Gremium, das nicht öffentlich tagt, habe man sich darauf verständigt, zunächst die Bauarbeiten für das Behindertenwohnheim abzuwarten. Nach deren Abschluss, der für 2016 vorgesehen ist, soll in der Sache in Ruhe neu beraten und entschieden werden. (ppw/ket)

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