Eine Woche nach der Überschwemmung

Heizung durch Flut in Kaufungen zerstört: Haus unbewohnbar

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Schwer getroffen: Harald Knöfel (von links), seine Frau Nuran und Nicole Schmidtke, eine Freundin der Familie, stehen vor persönlichen Dingen, die durch die Wassermassen im Keller zerstört wurden.

Kaufungen. Familie Knöfel ist immer noch, eine Woche nach der Flut in Oberkaufungen, wie gelähmt. Ihr Haus an der Dautenbachstraße: eigentlich unbewohnbar.

Es gibt kein warmes Wasser und es ist kalt, denn die Heizungsanlage im Keller ist durch die Flut irreparabel beschädigt worden. Überall stehen Kisten, es herrscht Chaos.

„Wir sind schlimm getroffen worden“, sagt Nuran Knöfel, die seit fast acht Jahren mit ihrem Mann und drei Kindern in Kaufungen lebt. Knöfel schätzt den Gesamtschaden auf 75 000 Euro. Und da geht es nicht nur um Dinge, die ersetzbar sind. „Wir haben alte Bilder, Bücher und selbst gemachte Dinge verloren“, sagt Harald Knöfel. Er und seine Frau hatten sich in sieben Kellerräumen auch Werkstatt und Bastelzimmer eingerichtet. Dort stand das Wasser etwa 1,80 Meter hoch, fast bis unter die Decke. Besonders leid tue es Knöfel um eine Eisenbahn, die er mit seinen Kindern gebaut hat. „Alles kaputt und verschlammt.“

Wie es jetzt weitergeht, weiß die Familie nicht. „Wir hängen in der Luft und wissen nicht, was von der Versicherung bezahlt wird und was nicht.“ Am wichtigsten sei es jetzt erst mal, die Wohnsituation zu klären. „Wir können hier nicht bleiben, ohne warmes Wasser und Heizung.“ Die Kinder seien bei Freunden untergebracht, das Ehepaar lebt zurzeit noch in seinem Haus. Die Firmen, die in der vergangenen Woche viel Aufräumarbeit und Soforthilfe geleistet haben, schätzen, dass das Haus der Knöfels erst in etwa sechs Monaten wieder bewohnbar sein wird.

Wenn die Familie zurückblickt, kann sie immer noch nicht fassen, was ihnen am vergangenen Mittwoch passiert ist. „Ich habe irgendwann meine Werkzeugkiste und die Winterstiefel meiner Frau, die im Keller aufbewahrt waren, auf der Straße an mir vorbeischwimmen sehen – das war eigentlich völlig unmöglich“, erinnert sich Harald Knöfel. Denn die Tür im Keller nach draußen sei stabil und abgeschlossen gewesen. „Die Wassermassen hatten sie aufgedrückt. Das ist eigentlich unfassbar.“

Die Nachbarschaftshilfe Kaufungen vermittelt, wenn Anwohner Unterstützung brauchen. Informationen und den Kontakt für Betroffenen finden Sie hier. 

Flutwelle rollte durch Kaufungen - Folge des Sturms Burglind

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