Innensanierung der Stiftskirche in Oberkaufungen hat begonnen

Eindrucksvolle Leere: Nachdem die 400 Stühle aus der Stiftskirche herausgeräumt wurden, wirkt das Gotteshaus in Oberkaufungen noch größer. Auf unserem Foto geht der Blick vom Taufstein unterhalb der Kaiserempore zum Chorraum mit seinen hohen Fenstern, die die Wappen der Althessischen Ritterschaft zieren. Fotos: Ketteritzsch

Kaufungen. Die Bodenfliesen in der Oberkaufunger Stiftskirche sind mit einer weißen Staubschicht überzogen. Reifenspuren führen zu Holzpaletten, die an mehreren Stellen des Gotteshauses gestapelt sind.

Auf ihnen werden später die schweren Steinplatten nach Draußen befördert, die Bernd Fischer und seine Kollegen von der Baufirma Bock aus Hünfeld mit dem elektrischen Bohrhammer vorsichtig vom Boden lösen.

Fischer arbeitet im Chorraum des Gotteshauses, wo die Platten bei der letzten Sanierung vor über 40 Jahren verlegt wurden. In Zuge der vor gut vier Wochen begonnenen Innensanierung des Gotteshauses wird der Bodenbelag in der Stiftskirche nun komplett entfernt.

Die Platten im Chorraum und vor dem Altar nicht zu beschädigen, das erfordert viel Fingerspitzengefühl. Denn die Platten werden noch gebraucht. „Sie sollen später an der Südseite der Kirche verlegt werden“, sagt Architekt Martin Burischek, der die Sanierung des Gotteshauses leitet.

Mit dem Bohrhammer im Chorraum: Vorsichtig löst Bernd Fischer von der Baufirma Bock die Bodenplatten. Sie sollen später außerhalb der Kirche neu verlegt werden.

Wie berichtet, wurde zum Schutz des Mauerwerks das Erdreich rund um die Kirche ausgehoben. Die Mauern werden isoliert, eine Kiesschicht wird eingebracht und darüber eine Pflasterrinne angelegt. Burischek und den Bauarbeitern bietet sich im Kircheninnern ein ungewöhnliches, geradezu exklusives Bild: Sie erleben die Kirche leer, die 400 Stühle wurden Mitte September entfernt. Nach Auskunft von Dekanin Carmen Jelinek, die auch Vorsitzende des Fördervereins Stiftskirche ist, stehen sie künftig in der katholischen Kirche St. Elisabeth am Kasseler Friedrichsplatz.

Für die Stiftskirche sollen neue, sakraler wirkende und zugleich funktionalere Sitzmöbel angeschafft werden.

Wenn demnächst die rotbraunen Bodenfliesen - ebenfalls ein Relikt der 1970er-Jahre - entfernt werden, dann sind aus einem anderen Grund Vorsicht und Fingerspitzengefühl gefragt: Der Estrich unter den Bodenfliesen lagert auf einer Dämmschicht aus Kork, der mit Teer gebunden wurde.

Bei der Beseitigung des umweltgefährdenden Stoffes werden die Bauarbeiter Schutzanzüge tragen und in einer Unterdruckkabine arbeiten.

Am Zeitplan soll sich trotzdem nichts ändern. Weihnachten 2016 soll in der Stiftskirche wieder Gottesdienst gefeiert werden.

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