Lebensraum für Tiere und Pflanzen würde verloren gehen

Ist DRK-Wiese in Kaufungen nicht bebaubar? Kritik an Planungen

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Grüne Idylle in Oberkaufungen mit der Stiftskirche im Hintergrund: So sieht die DRK-Wiese aus, auf der bis zu zwölf Wohnhäuser entstehen könnten. Doch kommen dort auch seltene Tierarten wie der Mittelspecht vor. Dieser Aspekt ist bei den bisherigen Planungen offenbar zu wenig berücksichtigt worden.

Kaufungen. Noch ist offen, wann, wie und möglicherweise auch ob überhaupt die Wiese unterhalb der DRK-Klinik Kaufungen bebaut werden kann. Grund sind zahlreiche Einwendungen.

Diese hat es jetzt im Zuge der ersten, inzwischen abgeschlossenen Offenlegung des von der Gemeinde Kaufungen aufgestellten Bebauungsplans gegeben.

"Das ist ein heikles Thema, das wir gründlich bearbeiten wollen", sagt Kaufungens Bauamtsleiter Jürgen Christmann, ohne jedoch ins Detail gehen zu wollen. Bürgermeister Arnim Roß (SPD) war gestern für ein HNA-Gespräch nicht zu erreichen.

Dass dem Kaufunger Bauamt aber noch viel Arbeit ins Haus steht, bestätigt auch Edgar Paul, Vorsitzender des Trägervereins DRK Heim und Anstalten. Bekanntlich will die DRK-Klinik Kaufungen über ihren Trägerverein die insgesamt 8000 Quadratmeter große Fläche (etwas größer als ein Fußballplatz) als Baufläche für bis zu zwölf Wohnhäuser vermarkten. Mit den Einnahmen aus dem Grundstücksverkauf soll der DRK-Altenheim-Umbau mitfinanziert werden.

"Tatsächlich hat es eine ganze Menge Einwendungen gegeben, die nun abgearbeitet werden müssen", sagt Paul. In erster Linie ginge es um Belange des Naturschutzes. Derzeit stünde die Gemeinde in engem Dialog mit dem beauftragten Architektur-Büro, um die bislang vorliegenden Pläne entsprechend nachzubessern. So sei denn auch mit einer frühen Beschlussvorlage des Bebauungsplans für das Kaufunger Gemeindeparlament nicht zu rechnen. "Vielmehr sieht es so aus, als komme es zu einer zweiten Offenlegung – voraussichtlich im November", sagt Paul.

Genehmigung mit Auflage

Dass Belange des Naturschutzes schon bei der Änderung des Flächennutzungsplans zu kurz gekommen waren, hatte bereits der Zweckverband Raum Kassel (ZRK) hinnehmen müssen. Denn nachdem im Februar die ZRK-Verbandsversammlung den geänderten Flächennutzungsplan erstmals beschlossen hatte, war seine endgültige Genehmigung durch das Regierungspräsidium Kassel nur mit Auflage erteilt worden.

Das heißt: "Alle weiteren Planungen auf Bebauungsplanebene durch die Kommune (Planfeststellung) sind nur dann zulässig, wenn Belange des Naturschutzes berücksichtigt wurden", erklärt Andreas Vesper, verantwortlicher Bearbeiter beim ZRK. Dieser Auflage habe die ZRK-Verbandsversammlung im September bereits zugestimmt.

Für Kaufungen heißt das nun, die Baugrenzen im Bebauungsplan so festzulegen, dass wertvolle Lebensräume für Tiere und Pflanzen im Bereich der Wiese nicht verloren gehen. "Dabei geht es vor allem um den Erhalt der Waldränder südlich und östlich der Wiese", sagt Vesper.

Zumindest für die Kaufunger Bürgerinitiative ist damit noch völlig offen, ob die DRK-Wiese aus Gründen des Naturschutzes überhaupt bebaut werden kann.

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