Reiter fordern Tempo 30 für Autos auf neuer Straße „Im Stechkopf“ in Oberkaufungen

Jeder Vierte ist zu schnell

+
Gefährliche Wegestrecke: Zwischen Koppeln, Weide und Reitgelände queren häufig Pferde und Reiter die Straße zwischen Kreisel und Edeka-Markt in Oberkaufungen, wie hier Martin Sauer (vorn) und Tabea Ferning. In diesem Bereich müsse Tempo 30 unbedingt bleiben, forderte Sauer.

Kaufungen. Mit 5,50 Metern Breite hat die rund 700 Meter lange neue Straße vom Kaufunger Kreisel zum Edeka-Markt normale Kreisstraßen-Maße. Auf einigen hundert Metern verläuft sie schnurgerade, die ganze Strecke ist mit einem einseitigen Gehweg ausgestattet, kein Haus weit und breit.

Trotzdem darf hier nicht schneller als 30 Stundenkilometer gefahren werden - was von bis zu einem Viertel der Autofahrer regelmäßig missachtet wird.

Die von Bürgermeister Arnim Roß (SPD) in seiner Eigenschaft als Straßenverkehrsbehörde angeordnete Schleichfahrt wurde auf Wunsch der Islandpferdereiter und des Kaufunger Reit- und Fahrvereins angeordnet. Die neue Straße wird regelmäßig von Pferdesportlern mit ihren Tieren überquert. Tempo 30 solle hier für Sicherheit sorgen, erläuterte Kaufungens Hauptamtsleiter Carsten Marth.

Durchschnitt: 52 km/h

Nach Fertigstellung der Straße „Am Stechkopf“ im Februar 2013 wurde laut Marth bei einer Radarmessung ohne Blitzer eine Durchschnitts-Geschwindigkeit von 52 Stundenkilometern gemessen. Da war die Straße noch nicht für den Verkehr freigegeben. Nach Eröffnung des Edeka-Marktes wurde im November erneut gemessen. Ergebnis: 42 km/h im Schnitt bei erlaubten 30 km/h

Seither wird geblitzt und es hagelt Knöllchen: Im November waren 23,6 Prozent der 313 gemessenen Autofahrer zu schnell unterwegs, 74 von ihnen mussten Strafe bezahlen. Der „Spitzenreiter“ wurde mit Tempo 52 geblitzt.

24 Autofahrer geblitzt

Im Dezember waren 13,2 Prozent (27 Autofahrer) zu schnell, im Januar 16,2 Prozent (17). Mit dem schönen Wetter kletterte auch das Tempo: Im Februar wurden 26,4 Prozent der Autofahrer, insgesamt 24, geblitzt.

Offenbar fällt es auch jenen Verkehrsteilnehmern, die üblicherweise das Tempolimit respektieren, angesichts einer leeren, breiten und geraden Straße mit wenig Verkehr nicht leicht, die vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit einzuhalten. Gerast wird dabei nicht: Der Schnellste war mit gerade einmal 54 km/h unterwegs. Das zwingt auch das Rathaus zum erneuten Nachdenken. Daher werde sich der Gemeindevorstand noch einmal mit der Situation auf der Stechkopf-Straße befassen, kündigte Amtsleiter Marth an.

In den nächsten Wochen werde geprüft, ob auch eine andere Regelung möglich wäre. Denkbar ist, dass die 30 km/h nur noch direkt vor der Reithalle gelten.

Damit könnten auch die Reiter leben. Martin Sauer, Vorsitzender des Reit- und Fahrvereins Kaufungen: „Wir müssen an zwei Stellen die Straße mit den Pferden überqueren, dort muss Tempo 30 unbedingt bleiben.“ Die restliche Strecke könne sicher auch schneller gefahren werden.

Als Autofahrer hat auch Sauer Probleme, Tempo 30 auf der Straße Am Stechkopf einzuhalten. „Da kommt man sich schon manchmal etwas blöde vor, wenn man da so langsam fährt“, sagte der Reiterchef zur HNA.

Von Thomas Stier

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.