Große Feier nach der Renovierung

Kaiserpaar und Kaiserwetter zur Einweihung der Stiftskirche in Kaufungen

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Herrscherpaar feierte mit: Heinrich und Kunigunde (Matthias Hörner und Carmen Döll) begrüßten ihre Untertanen huldvoll. Für Carmen Döll war die Wiedereröffnung der Kirche ein Geschenk. Sie hatte an diesem Tag Geburtstag.

Kaufungen. Rund 700 Gäste feierten am Sonntag nach jahrelanger Sanierung die Einweihung der renovierten Stiftskirche mit einem Einweihungsgottesdienst und amüsanten Sketchen. 

Eine renovierte Kirche wird eingeweiht. Es ist Kaiserwetter. Und so kommt das Kaufunger Kaiserpaar tatsächlich: Heinrich (Matthias Hörner) und Kunigunde (Carmen Döll) schreiten die Treppe zur Stiftskirche hinauf. Kunigunde schaut andächtig zum Dach hinauf, das in der Sonne leuchtet. „Schau doch, wie schön meine Kirche geworden ist“, sagt sie entzückt. Ob denn die Renovierung auch so anstrengend für die Bauleute gewesen sei wie damals, vor 1100 Jahren, fragt sie noch. Heinrich lässt den Blick in die Runde mit feiernden Gästen schweifen und antwortet trocken: „Ich sehe hier keine ausgemergelten Handwerker, sondern nur wohlgenährte Gestalten.“

Solcher Humor war bei der Einweihung der sanierten Kirche, zu der rund 700 Besucher kamen, gefragt und gewollt: Detlef Tillack an der Drehorgel, Willi Schaumberg als historischer Kirchenbaumeister, Dr. Axel Does und Reinhard Zymzak als ungeduldige Beamte des kaiserlichen Hofs führte das applaudierende Publikum vor der Kirche mit einem amüsanten Sketch durch die Baugeschichte der Stiftskirche, manchmal scharfzüngig mit delikaten Bezügen zur Gegenwart. Damals seien große Schneisen in den Kaufunger Wald geschlagen worden, um Buchen und Eichen als Bauholz zu gewinnen. Heute wiederhole sich das ja, diesmal damit Lkw über die Lossetal-Autobahn rollen können, merkte „Baumeister“ Schaumberg an. Und immer wieder habe Geld gefehlt, sowohl beim Bau als auch bei der Renovierung der Kirche.

Lehrreicher Sketch: Dr. Axel Does (von links), Willi Schaumberg und Reinhard Zymzak spielten unterhaltsam den Bau der Stiftskirche nach.

Nicht humorvoll, aber dafür sehr festlich ging es beim Einweihungsgottesdienst in der mit 600 Besuchern voll besetzten Kirche zu. Bischof Dr. Martin Hein hielt die Festpredigt. Dekanin Carmen Jelinek widmete die Kirche, dankte Handwerkern und Architekten und segnete alle, die künftig das Gotteshaus wieder für sakrale und kulturelle Zwecke nutzen werden. „Das Herz vieler Mitbürger hängt an diesem Gotteshaus“, sagte Bürgermeister Arnim Roß. Die Stiftskirche sei für die Kaufunger das Symbol für ihre Identifikation mit der Gemeinde. Sie hätten viel eigene Kraft und Kreativität aufgebracht, um dem Renovierungsprojekt zum Erfolg zu verhelfen.

Der Gottesdienst wurde vom Posaunenchor Oberkaufungen, der Kaufunger Kantorei, dem Gospel- und Jazzchor und dem Jugendchor Kaufungen begleitet. Anschließend trafen sich die Festgäste zum Mittagessen unter freiem Himmel. Gemeindemitglieder hatten Salate und viele Kuchen gespendet. Nachmittags spielte das Theater Laku Paka für die Kinder, die Jugendlichen konnten die Stiftskirche mit App und Smartphone digital erkunden. Den Schlusspunkt setzte ein Konzert in der Kirche. 

Eine Kritik des Eröffnungskonzerts lesen Sie am Dienstag im Kulturteil unserer Zeitung.

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