Bauarbeiten an Kreisstraße 5 beginnen am Montag

Kampfmittelsuche bei Kaufungen blieb ergebnislos

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Suche mit dem Metalldetektor: Marcel Amann orientiert sich an der Intensität der Töne, die das Gerät von sich gibt. 

Kaufungen. Seit über einer Woche ist die Kreisstraße 5 zwischen Niederkaufungen und der Einmündung zur K 4 beim Gut Windhausen gesperrt. Doch die Sanierung der Fahrbahn hat noch gar nicht begonnen.

Denn zunächst musste eine Kampfmittelräumfirma 54 verdächtige Stellen nach Bomben oder Munition aus dem Zweiten Weltkrieg kontrollieren.

Die Suche blieb ergebnislos. Statt Splitterbomben wurde nur etwas Schrott zutage gefördert. Nächste Woche geht es mit dem Straßenbau richtig los. Mitte September soll die Kreisstraße wieder befahrbar sein.

Sperrung der Kreisstraße 5

Vorsichtig gräbt Eugen Hermes von der Kampfmittel-Räumfirma Lutomsky aus Warburg mit den Greifern seines kleinen Baggers in den Untergrund der aufgeschnittenen Asphaltdecke. Nach jeder Ladung Steine oder Sand, die Hermes aufhäuft, steckt sein Kollege Marcel Amann den Metalldetektor in die Grube. Erst zwitschert das Gerät langsam, dann plötzlich im wilden Stakkato. Da ist also etwas im Erdreich. Eine Bombe? Amann ist angespannt. „Passieren kann immer was“, sagt er. Doch am Ende fördert er nur einen verwitterten Brocken aus dem Sand. Ein Stück Schlacke, wahrscheinlich von Metallteilen durchsetzt, das seinerzeit bei der Errichtung der Straße als billiges Baumaterial verwendet wurde.

Eisenträger und Schnurnägel

Auch sonst bleibt die Ausbeute der Bombensucher überschaubar. Einen Eisenträger finden sie und rostige Schnurnägel. Die sind wohl vor Jahrzehnten zur Markierung des Straßenniveaus verwendet worden und dann im Unterbau der Fahrbahn zurückgelassen worden. Im Transporter dirigiert Norbert Schuppe die Arbeit seiner Kollegen am Computer. Die Firma hat vom Kampfmittelräumdienst des Regierungspräsidiums Darmstadt die Daten über bombenverdächtige Bereiche erhalten. Das RP wertet dazu Luftbilder aus. Schließlich gab es Nahe der K 5 eine Flakstellung. „Uns geht die Arbeit nicht aus. Noch in 80 Jahren wird nach Bomben gesucht werden“, sagt er. Sogar beim Bau von Einfamilienhäuser sei die vorherige Absuche obligatorisch.

Sie verschließen die Löcher wieder: Uwe Isenberg (auf dem Bagger) und Georg Braun (rechts) von der Firma Rohde schütten die Löcher, die die Bombensucher gegraben haben, wieder zu und reparieren das Fundament der Straße. Nächste Woche werden sie die Fahrbahn abfräsen.

Schuppe ist erfahren, er weiß wie notwendig die Bombensuche ist. Er zeigt auf seinem Smartphone Bilder von einer Tragfläche eines B 51 Mustang-Jägers der US-Amerikaner aus dem Zweiten Weltkrieg, die er mit seinem Team vor drei Jahren an der A 7 gegenüber dem Lohfeldener Rüssel gefunden hat. „Die Bord-Kanone und die Maschinengewehre waren noch gut erhalten“, sagt er. Auch in Bremen habe er einen spektakulären Fund gemacht, 30 Zentimeter lange Splitterbomben. Die hätten die Piloten wohl in zu niedriger Höhe abgeworfen.

Hintergrund: Sanierung kostet 820.000 Euro

Die Straßenverkehrsbehörde Hessen Mobil lässt im Auftrag des Landkreises Kassel die K 5 auf etwa fünf Kilometer Länge für rund 820.000 Euro sanieren. Die Straße wird abgefräst und erhält eine neue Decke. Die Bankette in den Kurvenbereichen werden mit Grasbausteinen befestigt. Laut Alexandra Pohlmann von Hessen Mobil hat eine Verkehrszählung des Landkreises vor zwei Jahren ergeben, dass rund 600 Fahrzeuge pro Tag diese Straße benutzen. Mehr als jedes 20. Fahrzeug ist ein Lkw. 

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