Fangen und kastrieren: Katzenliebe sorgt in Kaufungen für Wirbel

Eingefangen: Die verwilderten Kätzchen, die die Tierschützer in Oberkaufungen eingefangen haben, warten nun auf ein neues Zuhause. Fotos: Uminski

Kaufungen. Etwas unfreiwillig sind Karin Nuhn und ihre Tochter Ivonne Heirich seit drei Monaten verantwortlich für fünf junge schwarze Kätzchen.

Nachdem die Zahl der verwilderten Katzen im vergangenen Jahr in Oberkaufungen massiv angestiegen war, haben die beiden Katzenfreunde kurzerhand mit der Guxhagener Katzennothilfe acht der insgesamt neun frei laufenden Katzen eingefangen und kastrieren lassen.

Die Kosten in Höhe von 710 Euro bezahlte die Gemeinde Kaufungen. Doch kaum ist ein Problem beseitigt, steht auch schon das nächste an.

Die Fangaktion im vorigen Herbst fand auf dem Grundstück von Helmut Link aus Oberkaufungen statt, der die frei lebenden Katzen anfüttert. Laut Karin Nuhn zeigte sich der 74-Jährige bereit, sich um die letzte Katze zu kümmern. „Wir gehen davon aus, dass Herr Link diese Katze nicht kastriert hat“, so Nuhn.

Aktuell ist die Anzahl der verwilderten Katzen auf vier gestiegen. Eine erneute Fangaktion mit den Katzenfallen habe Link boykottiert, sagte Nuhn.

Kommen bald wieder zum Einsatz: Karin Nuhn (links) und Ivonne Heirich haben die Katzenfallen von der Guxhagener Katzennothilfe zur Verfügung gestellt bekommen. Fotos: Uminski

Außerdem sieht die Katzenliebhaberin in einer Kastration der Katzen einen weiteren wichtigen Aspekt: „Wenn die Katzen rollig sind, müssen sie sich unwahrscheinlich quälen.“ Abhilfe bringe eine Kastration, so Nuhn.

Helmut Link befürwortet die Fangaktion der frei lebenden Katzen in seinem Garten. „Ich bin auch bereit, mich an den Kastrationskosten zu beteiligen“, sagt der 74-Jährige auf HNA-Nachfrage. Der Oberkaufunger hat den Versuch, die letzte Katze einzufangen, abgebrochen, da die Aktion über Stunden gedauert habe und Frau Nuhn und ihre Tochter in dieser Zeit in der Kälte ausharren mussten, so der Rentner. „Außerdem war mir klar, dass der Kater nicht mehr in diese Falle tappen wird.“

Da auch die Nachbarn die Katzen anfüttern, leiden diese Tiere keinen Hunger, so Link. An einer erneuten Fangaktion der vier noch verwilderten Katzen ist Helmut Link interessiert. „Ich erfreue mich an den Katzen, versäume aber den richtigen Zeitpunkt, die Tiere einzufangen und zu sterilisieren.“

Die Zeit drängt, denn wie Helmut Link bestätigt, wurde die Katzenmutter vor etwa zwei Wochen wieder gedeckt. Handlungsbedarf sieht auch die Gemeinde Kaufungen. Rechtlich sei es aber schwierig, denn ein Halter könne bei frei lebenden Tieren nicht ermittelt werden, so Hauptamtsleiter Carsten Marth auf HNA-Anfrage. „Diese Tiere werden wie Fundtiere behandelt, die Kosten für Kastration und Unterbringung bezahlt die Gemeinde.“

Gespräche mit den Nachbarn stünden noch aus, so Marth. Karin Nuhn und ihre Tochter Ivonne Heirich würden sich sehr freuen, wenn Rosali, Clara, Tara, Susi und Strolch bald ein liebevolles Zuhause finden.

Von Johanna Uminski

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