Wieder Patt zwischen SPD und CDU

Kaufungen: Ex-SPD-Fraktionschef Helmut Bring geht

Gibt Mandat zurück: Helmut Bring, zuletzt fraktionsloser Abgeordneter. Archivfoto:  Brandau

Kaufungen. Vor zehn Jahren wäre er beinahe Bürgermeister von Kaufungen geworden, am Donnerstagabend endete die politische Karriere von Helmut Bring in der Lossetalgemeinde.

Nach 25 Jahren als Mitglied der Gemeindevertretung erklärte der Kommunalpolitiker, der zuletzt als fraktionsloser Abgeordneter gewohnt eloquent Reden und Anträge beisteuerte, überraschend den Verzicht auf sein Mandat zum 31. März.

Er werde sich beruflich neu orientieren und deshalb nach Südhessen ziehen, sagte der 57-Jährige sichtlich gerührt. Mit Bring verlässt ein Urgestein die politische Bühne - wenn auch ein umstrittenes. Der als guter Redner und messerscharfer Analytiker geltende Jurist galt lange als Hoffnungsträger und starker Mann der Sozialdemokraten: Bei der Bürgermeisterwahl 2004 verlor er nur knapp gegen den parteilosen, von der CDU unterstützten Peter Klein.

Acht Jahre später stürzte Bring, der es zwischenzeitlich zum stellvertretenden Parlamentsvorsitzenden gebracht hatte, die Kaufunger Genossen in ihre bis dato tiefste Krise. Ende 2011 ließ er sich als Nachfolger von Christian Strube zum Fraktionschef in der Gemeindevertretung wählen: Dass zu dieser Zeit gegen ihn als Rechtsanwalt und Notar ein Gerichtsverfahren wegen der Veruntreuung von Mandantengeld lief, verschwieg er seiner Partei.

Nach einem HNA-Bericht über das Verfahren legte der Jurist im Februar 2012 alle politischen Ämter nieder. Sein Mandat im Parlament ließ er ruhen. Ein halbes Jahr später warfen die Genossen ihren nunmehr vorbestraften Kurzzeit-Chef aus der Fraktion. Seither ist die SPD erstmals in ihrer Geschichte nur zweitstärkste Kraft im Parlament: Sie stellt zwölf Abgeordnete, die CDU 13. Ab 1. April wird es zwischen den beiden großen Parteien allerdings wieder ein Patt geben. Wie Hauptamtsleiter Carsten Marth auf HNA-Anfrage erklärte, fällt der Sitz an die SPD zurück und wird von einem Nachrücker besetzt. Während Bring erst am Monatsende aufhört, haben zwei Abgeordnete der Grünen die Fraktion bereits verlassen: Bärbel Maxisch, die auch ehrenamtliche Kreisbeigeordnete ist, und Chantal Kühne, haben ihr Mandat aus persönlichen Gründen niedergelegt.

Für sie sind Cornelia Tröndle und Reinhold Orth in die 37-köpfige Gemeindevertretung nachgerückt.

Von Peter Ketteritzsch

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