Kaufungens Ex-Bürgermeister Gerhard Iske wird 75

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Wird morgen 75 Jahre alt: Kaufungens früherer Bürgermeister Gerhard Iske.

Gerhard Iske war von 1979 bis 1992 Bürgermeister der Gemeinde Kaufungen. In dieser Zeit gestaltete er das neue Kaufungen. Heute feiert er seinen 75. Geburtstag.

Die Zahl 26 spielt im Leben von Gerhard Iske eine große Rolle: Mit nur 26 Jahren wurde der Sozialdemokrat 1966 Bürgermeister der seinerzeit noch eigenständigen Gemeinde Niederkaufungen. Er war damals der jüngste Verwaltungschef in Hessen.

Nach 26 Jahren schied er als Bürgermeister von Kaufungen aus: In dem Vierteljahrhundert hat er aus Ober- und Niederkaufungen sowie dem dritten Ortsteil Papierfabrik eine moderne Großgemeinde geformt. Heute feiert Gerhard Iske bei guter Gesundheit seinen 75. Geburtstag.

Unter seiner Regie entstand aus einem einstigen Braunkohlentagebau der Naherholungspark Steinertsee, die Altdörfer mit ihren Fachwerkhäusern wurden aufgewertet, Papierfabrik wurde zu einem gefragten Gewerbegebiet, und mit den Neubaugebieten an der Gesamtschule kamen sich Ober- und Niederkaufungen näher und wuchsen schließlich zusammen.

Iske führte das Anruf-Sammel-Taxi ein - verkehrspolitisch war das Anfang der 80er-Jahre bundesweit eine Pioniertat. Viele Autofahrer erinnern sich derweil noch an ein Experiment, das nicht zu den politischen Meisterstücken Iskes zählt: die Einführung der Rechts-vor-links-Regelung für die Leipziger Straße in Niederkaufungen. Der Versuch, so den Verkehr zu beruhigen, blieb eine Episode.

Nach 26 Jahren an der Spitze der Kaufunger Verwaltung kümmerte sich der Vater von drei Töchtern, der nach dem frühen Tod seiner Frau Margret noch einmal heiratete, als Direktor des Zweckverbands Raum Kassel um die Weiterentwicklung der Region.

Dass die Stadt Kassel und ihre Nachbarkommunen sich heute näher stehen als noch vor wenigen Jahrzehnten, ist nicht zuletzt das Verdienst Iskes. Seit seinem Ausscheiden bei dem Stadt-Umland-Verband im Jahr 2000 ist der drahtige, früher wie heute bodenständig-zurückhaltende Mann Privatier. Er reist, fährt Rad, wandert und verfolgt nach wie vor sehr aufmerksam, was sich in Kaufungen und der Welt tut. In die Kommunalpolitik mischt sich der gebürtige Niederkaufunger, der den Titel Ehrenbürgermeister trägt, allerdings nicht mehr öffentlich ein - auch wenn sein Rat bis heute nicht nur bei seinen Parteifreunden gefragt ist.

Isken-Rutsche bleibt erhalten 

Die Kaufunger haben Iske in Gestalt ihres Parlaments am Donnerstagabend ein vorgezogenes Geburtstaggeschenk gemacht: Die Isken-Rutsche, die nach ihm benannte Fußgängerbrücke unweit des Steinertsees, wird saniert und bleibt damit erhalten. Und mit ihr ein Stück Erinnerung an die Ära Iske.

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