Sie ist bei Edeka Aschoff in Kassel im Einsatz 

Kaufunger Duo hat Einkaufshilfe Scanbox entwickelt: 40 Wagen sollen kommen

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Der Selbsttest: Jan Kraus aus Kaufungen, einer der Erfinder der Scanbox, nutzt seine Entwicklung auch selbst beim Einkaufen im Supermarkt. 

Kaufungen/Kassel. Langes Warten an der Supermarktkasse könnte mit der Erfindung der Kaufunger Jan Kraus und Niels Becker bald der Vergangenheit angehören.

Die Studenten haben eine Einkaufshilfe entwickelt, bei der die Kunden ihre Waren selbst am Wagen einscannen. So bekommen die Kunden einen Kostenüberblick und sparen an der Kasse Zeit, denn die Artikel müssen nicht mehr auf das Band gelegt und vom Kassierer gescannt werden. Stattdessen wird die fällige Summe vom Wagen an die Kasse gesendet. Für diese Idee wurden Kraus und Becker kürzlich von der Gemeinde Kaufungen mit dem Innovationspreis ausgezeichnet.

Den Einfall hatte Jan Kraus, der Wirtschaftsingenieurwesen in Erlangen studiert. Unterstützung suchte er sich bei seinem Schulfreund Niels Becker. Becker studiert in Karlsruhe Informatik. „Für mich war die Idee interessant, da ich selbst schon den Gedanken hatte, dass man mal was in diese Richtung machen müsste“, sagt Becker. Das ist jetzt fast zwei Jahre her. 

Gemeinsam entwickelten sie die Scanbox, druckten sich Bauteile mit einen 3D-Drucker aus und löteten die Elektronik zusammen. So stellten sie zehn Prototypen her, die zur Zeit im Edeka Aschoff in Kassel getestet werden.

Die Scanbox: Der Kunde scannt selbst seine Artikel, die er einkaufen will und spart damit Zeit an der Kasse.

„Auch ältere Menschen nutzen den Wagen"

Dass sie ihr Produkt direkt am Kunden erproben können, verdanken sie Robert Aschoff. „Wir hatten Glück mit Herrn Aschoff, weil er so offen war für neue Entwicklungen und Systeme“ sagt Kraus. Er freut sich über die gute Zusammenarbeit mit Aschoff: „Der Weg war goldrichtig.“

Offen gegenüber der Erfindung sind auch die Kunden. „Mich hat fasziniert, dass man immer von jungen Leuten ausgeht. Aber auch ältere Menschen nutzen den Wagen,“ beschreibt Kraus die Zielgruppen ihrer Scanbox. Die Erfinder sind dabei über Rückmeldungen der Nutzer dankbar. Die Prototypen werden immer wieder kontrolliert und verbessert. So wurde die Kommunikation zwischen Scanbox und Kasse auf Funk umgestellt, wodurch das Einkaufen noch schneller geht. Vorher musste der Kassierer einen QR-Code am Einkaufswagen scannen.

Zur Serienreife entwickeln

Die Kaufunger gründeten für ihre Erfindung die Firma KBST GmbH (Kraus Becker Scan Technologie). Nun arbeiten die Studenten an der Serienreife ihres Produktes. „Wir müssen es soweit entwickeln, dass es auch an weitere Supermärkte verliehen oder verkauft werden kann“, erklärt Kraus. Dafür muss die Produktion schneller werden. „Die Prototypen aus dem 3D-Drucker waren sehr zeitaufwendig“, so Kraus.

40 Scanboxen fertigen sie nun für Edeka Aschoff. „Das ist ein neues Modell, das schon ziemlich nah an unseren Serienprodukten ist“, sagt Becker. Eine Neuerung wird ein größerer Bildschirm sein, mit zehn statt sieben Zoll. „Soweit wir das können, versuchen wir sie selber zu bauen“ sagt Kraus. Ob sie bei größeren Anfragen später dann Firmen beauftragen müssen oder Studenten anlernen, wissen sie noch nicht. 

Die Einkaufswägen mit der Scanbox sind scheinbar ein Renner. „Die Zahlen sind so gut, dass wir davon ausgehen, dass es auch für andere Märkte interessant ist“, sagt Jan Kraus. Konkrete Zahlen nennt er nicht, aber: „Am Wochenende sind die Geräte den ganzen Tag im Einsatz.“ Unter der Woche würden sie bevorzugt nachmittags genutzt werden.

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