Leidenschaft für Oldtimer

Kaufunger tritt mit Steyr-Puch beim Flugplatzrennen in Calden an 

+
Ungleiche Größenverhältnisse: 1,96 Meter müssen kunstvoll durch die nur 1,20 Meter hohe Autotüre. In der Halle von Walter Widdekind (links) bastelt Thomas Hartmann stundenlang an seinem Steyr-Puch 650 TR. 

Kaufungen. Seit er elf Jahre war, hat ihn die Leidenschaft für Oldtimer gepackt. Mit seinem Steyr-Puch 650 TR tritt Thomas Hartmann jetzt beim Flugplatzrennen in Calden an. 

Wenn 196 Zentimeter Körpergröße durch eine 120 Zentimeter große Autotüre sollen, dann ist das so, als wolle man eine Giraffe in einem Kühlschrank unterbringen. Aber für Thomas Hartmann aus Kaufungen ist das kein Problem – er zwängt sich gerne in seinen kleinen Oldtimer, einen Steyr-Puch 650 TR.

Im Innenraum des Wagens geht es spartanisch zu: Nur ein Fahrersitz, Lederlenkrad –aber dafür zwei Feuerlöscher fallen als Erstes auf. Schutz bei Unfällen bieten die Stahlrohre, die wie ein Käfig anmuten. „Mit elf Jahren hat mich mein Bruder zu den legendären Langenbergrennen in Großenritte mit genommen. Seit dem hat mich die Begeisterung für die Oldtimer gefangen gehalten“, erzählt der heute 61-jährige Medizintechniker. Es hat aber bis in das Jahr 2009 gedauert, bis er sich seinen Jugendtraum erfüllen konnte: Für etliche Tausend Euro kaufte er sich einen Steyr-Puch 650 TR, Baujahr 1962. „Insgesamt habe ich bestimmt noch einige Tausend Euro in das Auto investiert, aber das ist es mir wert“, lächelt er und blickt stolz auf sein poliertes Auto.

In seiner kleinen Werkstatt in Kaufungen stehen noch einige andere Oldtimer. Deshalb ist er, zur Vorbereitung auf das Flugplatzrennen in Calden Ende August, in die Halle von Walter Widdekind nach Großenritte ausgewichen. Die beiden kennen sich bereits seit 1965. Die Halle von Widdekind steht nur wenige Meter von der Stelle entfernt, an der die Langenbergrennen bis Anfang der 70er-Jahre stattfanden. In einem Kellerraum hat Widdekind seine unzählige Pokale und Urkunden aufbewahrt, die er als aktiver Rennfahrer gewonnen hat.

Liebevolle Pflege: Stundenlang kann Thomas Hartmann an seinem kleinen Oldtimer rum schrauben.

Geschraubt und gebastelt wird in der Halle an allen Ecken und Enden. Eine Karosserie muss noch aufgebaut werden und auf einem Tisch steht ein Ersatzmotor für den Steyr, an dem sich Hartmann ölige Finger holt. „Das tolle an dem Puch ist, dass man relativ einfach die Getriebeübersetzungen wechseln kann“, erläutert Hartmann. So eignet sich der kleine, 55 PS starke Flitzer besonders für Bergrennen“. Die 180 Stundenkilometer Höchstgeschwindigkeit sind da nicht zu erreichen, aber darauf kommt es nicht an. Wird der Motor angelassen, lässt bereits das Auspuffgeräusch in der Straßenversion den Schluss zu, dass da richtig „Bums“ unter der (Heck-)Haube sitzt. Für das Rennen in Calden wird ein Rennauspuff montiert, der noch einige Dezibel mehr in die Ohren drückt.

Mit querstehenden Reifen durch die Kurven: So meisterten die kleinen Flitzer das frühere Langenbergrennen bei Großenritte. 

Sieben Steyr-Puch Wagen gehen in Calden an den Start, die sich in einer Gleichmäßigkeitsprüfung auf dem 2,9 Kilometer langen Rundkurs messen. Bis aus Berlin kommen die Teilnehmer, um ihre kleinen Lieblinge an den Start zu bringen. Das Rennen ist gleichzeitig ein Treffpunkt der Oldtimerfreunde, zu dem sich 14 Teilnehmer angemeldet haben. 

Oldtimer in Calden

Am Freitag, Samstag und Sonntag, 24. bis 26. August, findet das Oldtimerrennen in Kassel-Calden statt. 350 Teilnehmer sind angemeldet, allein 60 Formel-Fahrzeuge sollen laut Veranstalter an dem August-Wochenende in Calden zu sehen sein. Am Freitag findet bereits von 15.30 bis 19 Uhr ein freies Training statt. Die Läufe am Samstag beginnen ab 8.40 Uhr, am Sonntag, 26. August, ab 8.30 Uhr. 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.