Flugtag am Samstag

Kaufunger Modellflieger: Drohnen sind keine Konkurrenz

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Einer der Jüngsten: Torben Hackel ist mehrmals die Woche auf dem Flugplatz und übt. Das hat ihm mit seinem Elektroflugzeug bereits den Titel des Hessenmeisters beschert.

Kaufungen. Am Wochenende steigen sie in die Luft: Hubschrauber, Flugzeuge und Kampfjets im Miniformat. Die Modellfliegergruppe "Orion" Kaufungen lädt ein zum Modellflugtag.

Doch vorher haben die 60 Mitglieder den Platz unterhalb des Sensensteins fit gemacht: Das Sicherheitsnetz um den Platz wurde verlängert, ein zusätzlicher Zaun aufgestellt und eine Fläche eingeebnet, um noch mehr Raum für Landungen zu haben. 10.000 Quadratmeter groß ist das Areal, auf dem die Piloten ihre Flugmodelle starten. Erlaubt ist, sie von dort aus bis zu 300 Meter weit und bis zu 760 Meter hoch fliegen zu lassen.

Dass Modellflug kein Altherren-Hobby ist, zeigt die Altersspanne der Mitglieder von neun Jahren bis ins hohe Alter. So werden unter den Piloten, die am Wochenende ihre Flugkünste beweisen, auch der 16-jährige Torben Hackel und der 81-jährige Horst Weigang sein. Beide kommen aus Kaufungen und haben mittlerweile eine ganze Sammlung von Flugmodellen. „Der Reiz ist der Prozess: jedes Teil einzeln auspacken, zusammensetzen und dann sehen, wie sich das fertige Flugzeug in der Luft bewegt“, sagt Hackel, der seit sieben Jahren im Verein ist und im vergangenen Jahr Hessenmeister im Kunstflug wurde.

Selbstgebaut: Wenn Horst Weigangs Bussard abhebt, fliegen häufig echte Vögel mit.

„Die Jugendlichen machen etwa ein Viertel der Mitglieder aus“, sagt der Vorsitzende Christoph Heise. Um junge Leute für Modellflug zu begeistern, hat der Verein eine Jugendgruppe, in der im Winter jeder sein eigenes Modell baut, welches er im Sommer fliegen lässt. Das funktioniere dann wie in der Fahrschule: Anfangs ist ein Fluglehrer dabei, der mit einer zweiten Fernsteuerung eingreift und den Jungpiloten langsam an das Landen heranführt.

Manch einer übt das Fliegen am Simulator – für Horst Weigang, der seit 40 Jahren dabei ist, kommt das nicht in Frage. „Ich brauche den Horizont.“ Er ist einer der Ältesten im Verein, hat die Leidenschaft von seinem Bruder übernommen und erinnert sich: „Früher habe ich die Flugzeugteile mit einer Laubsäge ausgesägt und zusammengesetzt.“ Heute könne man alles schon fertig kaufen.

Demgegenüber seien die technischen Anforderungen gestiegen, sagt Heise. Häufig würde er aber beobachten, dass sich jemand ein fertiges Flugzeug kauft und dann über das Fliegen Lust am Modellbau bekomme. Denn auch in Zeiten von Supermarkt-Flugzeugen und Drohnen bleibt es das Selbstgemachte, was für die Mitglieder von „Orion“ den Reiz ausmacht. „Drohnen sind keine Konkurrenz.“

Hintergrund: Der Flugtag am 3. Juni

Die Modellflugtage starten am Samstag, 3. Juni um 11 Uhr und gehen bis 19 Uhr, am Sonntag von 10 bis 17 Uhr. Neben einem Rahmenprogramm mit Flugvorführungen haben die Gäste die Möglichkeit, unter Anleitung eines erfahrenen Piloten selbst einmal ein Flugzeug zu steuern. Auch erwarten die Besucher originalgetreue Nachbauten, Rennflugzeuge, die bis 200 km/h schnell sind sowie weitere besondere Modelle. 

Eine Anfahrtskizze gibt es auf der Internetseite des Vereins unter www.mfg-orion.de. Eine Mitgliedschaft im Verein kostet jährlich 60 Euro, zudem müssen die Mitglieder einen Beitrag von 40 Euro an den Dachverband zahlen. Die Flugsaison dauert von April bis Oktober, aber manche Mitglieder fliegen auch den Winter über auf dem Flugplatz in Kaufungen.



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